Wirtschaft : Bei Bertelsmann endet die Ära Wössner

GÜTERSLOH (rtr).Der Medienkonzern Bertelsmann zieht am Mittwoch seine letzte Bilanz in der Amtszeit des Vorstandsvorsitzenden Mark Wössner.Nach Angaben des Konzerns betrug der Jahresüberschuß im abgelaufenen Geschäftsjahr 1997/98 (zum 30.Juni) 1,105 Mrd.DM, nach 1,022 Mrd.DM im Vorjahr.Während die Eigenkapitalquote auf 34,5 (30,9) Prozent stieg, verringerte sich der Cash-flow auf 1,88 (1,937) Mrd.DM.Umsatzzahlen will das Unternehmen erst am Mittwoch nennen.Im laufenden Jahr 1998/99 rechnet Bertelsmann mit einem Umsatz von rund 28 Mrd.DM.

Dabei sind nach Konzernangaben das zuvor noch nicht konsolidierte TV-Geschäft der Beteiligung CLT-Ufa und der zugekaufte US-Verlag Random House mitgerechnet.Presseberichten zufolge stagnierte dagegen der Umsatz des weltweit drittgrößten Medienkonzerns im Geschäftsjahr 1997/98 auf dem Vorjahresniveau von 22,4 Mrd.DM.Einem Bericht des "Manager Magazins" zufolge legte das Betriebsergebnis 1997/98 auf 1,73 Mrd.von 1,61 Mrd.DM im Vorjahr zu.Es liege damit zwar auf Rekordhöhe, doch seien darin die Erträge aus Verkäufen und Bereinigungen enthalten.Bertelsmann-Chef Wössner sei mit dem Ergebnis nicht zufrieden.Wössner gibt Ende Oktober den Vorstandsvorsitz an Thomas Middelhoff ab und wechselt in den Aufsichtsrat.

Einem "Spiegel"-Bericht zufolge hätte Bertelsmann ohne die Erlöse aus Firmenverkäufen ein Ergebnis von rund 1,3 Mrd.DM erreicht.Insgesamt seien durch die Verkäufe zusätzlich 536 Mill.DM in die Kassen geflossen.Bertelsmann bezeichnete den unterstellten Zusammenhang zwischen den Firmenverkäufen und Wössners Abschlußbilanz als falsch.Die Verkäufe seien geplant worden, als der Geschäftsverlauf 1997/98 noch gar nicht absehbar gewesen sei.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben