Wirtschaft : Bei billigen Pillen können Patienten die Zuzahlung sparen

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Berlin - Nach heftigen Ärzteprotesten und wochenlangen Beratungen haben sich Union und SPD am Freitag auf Änderungen beim geplanten Arzneimittel- Sparpaket geeinigt. Die Krankenkassen sollen Patienten bei besonders preisgünstigen Medikamenten von fünf Euro Zuzahlung pro Packung befreien können, teilten die Gesundheitspolitiker von Unions- und SPD-Fraktion in Berlin mit. Es wird erwartet, dass Patienten dadurch häufiger nach preisgünstigeren Medikamenten fragen werden und dass dies den gesetzlichen Kassen Geld sparen wird.

Gesundheits-Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) sagte, verordnende Ärzte könnten Patienten somit künftig Zuzahlungen ersparen. Berechnungen des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK), durch die Streichung der Zuzahlung könnten bis zu 880 Millionen Euro im Jahr gespart werden, waren in der Koalition allerdings auf Skepsis gestoßen. Nun sollen die Kassen selbst entscheiden. Sie können solche Medikamente einheitlich von der Zuzahlung befreien, die um 30 Prozent unter dem Festbetrag für den Arzneiwirkstoff liegen. Das ist der Höchstbetrag, den die Krankenkassen an Pharma-Hersteller zahlen. Insgesamt sollen die Kassen durch das Gesetz 1,3 Milliarden Euro jährlich sparen. Die Arzneikosten waren 2005 um mehr als drei Milliarden Euro gestiegen.

Deutlich entschärft werden soll die von den Ärzten heftig attackierte so genannte Bonus-Malus-Regelung. Ärzte müssen demnach, wenn sie zu teure Medikamente verordnen, individuell Honorarabschläge hinnehmen. Besonders wirtschaftliches Verordnen wird dagegen kollektiv belohnt. Kassen- und Ärzteorganisationen können bis jeweils Mitte November eigene Vereinbarungen für die Einhaltung der Kosten im Folgejahr treffen. Andernfalls soll die Bonus-Malus-Regelung automatisch greifen. Das neue Gesetz soll zum 1. April in Kraft treten. dpa

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