Wirtschaft : Bei BSH wird wieder verhandelt

Carsten Brönstrup

Berlin - Der Bosch-Siemens-Hausgeräte-Konzern (BSH) und die Arbeitnehmer am Standort Spandau wollen einen neuen Versuch zur Rettung des Werks unternehmen. Für kommenden Dienstag sei ein Gespräch zwischen Betriebsrat, IG Metall und dem Management geplant, sagte Gewerkschaftssekretär Luis Sergio dem Tagesspiegel am Freitag. Am Donnerstag hatte Werksleiter Günther Meier im Gespräch mit dieser Zeitung seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen bekundet, sollten die Arbeitnehmer einer beträchtlichen Senkung der Personalkosten zustimmen.

BSH will die Produktion in Berlin aus Kostengründen Anfang 2007 schließen, davon wären 570 Jobs betroffen. Verhandlungen über eine Fortführung waren bislang gescheitert. Die Werksleitung hatte vorgeschlagen, 270 Stellen abzubauen, und Mehrarbeit sowie Lohnverzicht gefordert. Dagegen hatte sich die IG Metall gewehrt. „Wir sind verhandlungsbereit – aber wenn die Geschäftsführung Dogmen aufstellt, wird es kein Ergebnis geben“, sagte Sergio. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass es kommende Woche weitere Verhandlungstermine geben wird. Am Mittwoch werde die Belegschaft des Werks vor dem Roten Rathaus für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren.

Betriebsratschef Güngör Demirci hatte zuvor erklärt, der Plan des Konzerns seien „ein Abwicklungskonzept“ und eine „versteckte Beschäftigungsgesellschaft“. Die verbleibenden 300 Stellen seien nur für zwei bis drei Jahre gesichert. Sollte es zu einem Arbeitskampf kommen, sei mit Marktanteilsverlusten wie beim Konkurrenten AEG zu rechnen. Dort hatte es im Frühjahr wochenlange Streiks aus Protest gegen die Schließung des Nürnberger Werks gegeben.

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