Wirtschaft : Bei der Ergo-Gruppe wird aufgeräumt

Versicherungskonzern bekommt neue Führungsstruktur

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Berlin (Tsp). Der zweitgrößte deutsche Erstversicherer, die Versicherungsgruppe Ergo, bekommt eine neue Führungsstruktur. Am Freitag beschloss der Aufsichtsrat, dass die Führung gestrafft und zentralisiert wird. Damit zieht die zur Münchener Rück gehörende ErgoHolding die Konsequenzen aus ihren Milliardenverlusten. Im vergangenen Jahr hatte Ergo ihr Defizit um weitere 200 Millionen Euro auf rund 1,4 Milliarden Euro erhöht.

Die zu Ergo gehörenden Einzelversicherungen sollen künftig straffer und zentral geführt werden. Dazu soll es künftig drei Säulen geben: die Lebens- und Personenversicherung, die Krankenversicherung und die Schaden- und Unfallversicherung. Die Entscheidungskompetenz und Ergebnisverantwortung liegt klar beim jeweiligen Holding-Vorstand, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Ad-hoc-Mitteilung. Die Chefs der drei neuen Bereiche sollen auch Vorstandsvorsitzende der wichtigsten Versicherungsgesellschaften in ihrem Bereich werden. Das heißt: Bei den Einzelversicherungen werden mehrere Vorstände ihre Posten verlieren.

Ergo selbst will erst am Montag Einzelheiten nennen. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ wird den Bereich Lebensversicherung Hamburg-Mannheimer-Chef Götz Wricke führen. Er werde auch Vorstandschef der Victoria Leben. Den Bereich Schaden-Unfall verantworte Horst Döring, Vorstandschef der Victoria Versicherung. Döring habe aber bereits erklärt, dass er nur noch bis Ende dieses Jahres zur Verfügung stehe. Als möglichen Nachfolger nannte die Zeitung Michael Rosenberg, den derzeitigen Chef der Victoria Leben. Döring und später Rosenberg sollten auch die Chefposten bei der Hamburg-Mannheimer Sach und dem Rechtsschutzspezialisten DAS einnehmen. Für den Bereich Krankenversicherung werde Günter Dibbern verantwortlich sein, seit dem 1. Januar Vorstandschef des Krankenversicherers DKV.

Der weltgrößte Rückversicherer, die Münchener Rück, begrüßte die neue Struktur. Münchener Rück-Chef Nikolaus von Bomhard betonte, dass ein Verkauf von Ergo nicht geplant sei.

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