Wirtschaft : Bei der Maut wird die Tonlage schriller

-

Von Dieter Fockenbrock

Der Ton zwischen dem MautKonsortium Toll Collect und dem Auftraggeber Verkehrsministerium wird schärfer. Wochenlang waren beide Seiten bemüht, kein Stück Papier zwischen ihre Positionen schieben zu lassen. Aufkommende Misstöne in der Öffentlichkeit zum verpatzten Start der Lkw-Maut wurden schnell unter den Teppich gekehrt. Das milliardenschwere Projekt sollte auf keinen Fall im totalen Desaster enden.

Mit dem rücksichtsvollen Umgang ist es vorbei. Das Maut-Konsortium ist verärgert darüber, dass die vertraglich vereinbarte Kündigungsoption des Bundes bekannt geworden ist. Zumal sich die Manager von Daimler- Chrysler und Telekom schon vorher mokierten, dass immer wieder Vertragsdetails an die Öffentlichkeit gelangten. Dafür machen sie Regierungskreise verantwortlich.

Im Ministerium auf der anderen Seite wächst der Unmut darüber, wie die Industrie ihre Pannenserie behandelt. Erst auf den letzten Drücker wird eingeräumt, dass etwas nicht funktioniert und Termine wieder verschoben werden müssen. Jetzt streiten sich Ministerium und Wirtschaft um die Offenlegung des Vertrages. Doch bei genauer Betrachtung der semantischen Übungen um die Bedeutung des Wortes zeigt sich ein tiefer Graben: Stolpe würde den Vertrag am liebsten ins Internet stellen, die Industrie allenfalls einen Einblick gewähren.

Der Krach ist programmiert. Zumal Stolpe den dicksten Streit noch vom Zaun bricht. Er will Geld von der Industrie – als Ausgleich für den Einnahmeausfall. Daimler-Chrysler und Telekom denken aber nicht im Traum daran, auch nur einen Euro zu zahlen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben