Wirtschaft : Bei Deutscher BA soll das Gehalt gekürzt werden Bodenpersonal will Verzicht

von 20 Prozent zustimmen

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Berlin (fw). Nach der Übernahme der Deutschen BA hat der neue Besitzer Hans Rudolf Wöhrl von den Mitarbeitern einen Gehaltsverzicht von 20 Prozent gefordert. Ansonsten müssten noch im Juli 250 bis 300 der derzeit noch 800 Arbeitsplätze gestrichen werden, sagte ein DBASprecher am Montag. Es geht dabei um Verträge mit den einzelnen Mitarbeitern, die zunächst zwölf Monate gelten sollen.

Momentan macht die Fluggesellschaft 200 000 Euro Verluste täglich, steht in einem internen DBA-Papier, das dem Tagesspiegel vorliegt. Ein Sprecher der DBA wollte diese Zahl nicht offiziell bestätigen. In unternehmensnahen Kreisen heißt es allerdings, dass der operative Verlust der DBA im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende März 2003 ablief, bei über 60 Millionen Euro gelegen habe. Das bedeutet mindestens einen täglichen Verlust von rund 165 000 Euro pro Tag im vergangenen Jahr. Um den dauerhaften wirtschaftlichen Fortbestand der DBA zu sichern, müsse es Produktivitätsverbesserungen von 30 Prozent geben, heißt es in dem Papier weiter. Wöhrl hatte die DBA vor kurzem für einen Euro von British Airways gekauft. Seit ihrer Gründung 1992 schreibt die DBA rote Zahlen – auch nach ihrer Umwandlung zum Billigflieger vor einem Jahr .

Das Bodenpersonal will dem Gehaltsverzicht zustimmen. „Das Gros der Mannschaft wird sich mit dem Gehaltsverzicht einverstanden erklären“, sagte Udo Aschenbrenner, der für das rund 300 Mitarbeiter zählende Bodenpersonal zuständige Gesamtbetriebsratsvorsitzende, dem Tagesspiegel. Angesichts der schlechten Wirtschaftslage des Unternehmens sei der Verzicht notwendig, sagte Aschenbrenner. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) lehnte das Angebot ab. „Das Angebot ist rechtlich unzulässig“, sagte Thorsten Gommert, Verhandlungsführer bei VC. Der Tarifvertrag mit den Piloten laufe noch über ein Jahr. Selbst wenn einzelne Piloten Wöhrls Angebot zustimmen würden, würden die Bedingungen des Tarifvertrages weiter gelten. Die VC sei aber verhandlungsbereit und werde mit Wöhrl in Kontakt treten, sagte Gommert. Das fliegende Personal hat sich noch nicht geäußert.

Damit die Entlassungen vermieden werden können, müssten sich „deutlich mehr als eine Mehrheit für den Gehaltsverzicht entscheiden“, sagte der DBA-Sprecher. Wöhrl bittet um den Verzicht auf 15 Prozent Gehalt sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

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