Wirtschaft : Bei Farbdruckern steigt die Qualität, während der Preis sinkt

Klaus Angermann

Das papierlose Büro wird wohl noch ein Wunschtraum bleiben. Steigende Absatzzahlen bei Laser- und Tintenstrahldruckern sind auch im neuen Jahrtausend für Druckerhersteller Grund genug, zur diesjährigen CeBIT zahlreiche neue Geräte mitzubringen. Ein Trend zeichnet sich besonders im Bereich des Fotodrucks ab: Neue Farbdrucker können immer mehr und werden gleichzeitig immer günstiger. Zusammen mit neuen bezahlbareren Spezialpapiersorten wird so das am Heim-PC bearbeitete und ausgedruckte Foto immer erschwinglicher und macht den "normalen" Fotos aus dem Laden auch qualitativ langsam ernsthafte Konkurrenz.

Im Frühjahr 2000 wird es leistungsstarke Fotodrucker weit unterhalb der 1000-Mark-Grenze zu kaufen geben. Canon präsentiert in Hannover den fototauglichen "BJC 8200", der ab März für rund 900 Mark in die Läden kommt. Mit sechs Farben und einer Auflösung von 1200 x 1200 dpi lassen sich damit Farbausdrucke in annähernder Fotoqualität erzielen. Ergänzt wird der Drucker durch den einfacheren Vierfarbdrucker "BJC 3000", der sich durch den geringeren Preis von rund 300 Mark für den Einsatz zuhause eignet. Hochwertige Fotodrucker mit einer "Qualität wie aus dem Fotolabor" hat auch Epson für die ceBIT angekündigt. Große Leistung zum kleinen Preis verspricht der circa 600 Mark teure "Stylus Photo 870": Er druckt in Sechs-Farb-Technik und garantiert mit dem neuen "Premium Glossy Photo Paper" eine Fotoqualität, die die nächsten zehn Jahre lichtbeständig bleiben soll. Der "875 DC" (800 Mark) verfügt standardmäßig über einen "PCMCIA Card Reader" und kann somit die Daten digitaler Kameras lesen und zum PC übertragen. Abgerundet wird die Serie durch den "1270", der für rund 1000 Mark auch DIN A 3 beherrscht. Neu ist außerdem ein intelligentes Patronensystem, das per eingebautem Chip dem Rechner Rückmeldung über die verbleibende Tintenmenge liefert.

Solche Features kann der neue "Okipage 8c Plus" von Oki zwar nicht vorweisen, dafür ist der Vierfarblaser dank eines 200 MHz RISC-Prozessors mit rund acht Farbseiten pro Minute einer der schnellsten seiner Klasse. Neue Laserdrucker kommwn auch von Minolta: Sechs Monate nach der Übernahme der Mehrheitsanteile des Druckerpioniers QMS stellt die Firma unter dem Label "Minolta/QMS" die neuen Geräte "PagePro 1100" und "1100 L" vor. Dazu wird es eine neue Farblaserdruck-Serie namens "Magicolor 6100" geben, die farbiges A 3-Format druckt.

Auch wenn 1999 Farblaserdrucker im Preis rapide gefallen sind, werden sich Heimanwender wohl vorerst mit Tintenstrahldruckern begnügen. HP zeigt neue Tintendrucker vom Einstiegsmodell "DeskJet 840 C" (300 Mark) bis zum "950 C" (550 Mark), der auch über eine USB-Schnittstelle verfügt und im S/W-Modus eine annähernde Laserqualität erreichen soll. Die problemlose USB-Schnittstelle hat sich bei Scannern längst etabliert. Für den High-End-Bereich stellt Umax in Hannover nun einen Scanner vor, der über den wesentlich leistungsstärkeren "FireWire"-Bus verfügt. .

Neben dem Preisverfall bei Foto- und Farblaserdruckern zeigen einige Hersteller auf der CeBIT neue digitale Lösungen rund um ihre Hardware. Kyocera ermöglicht mit der "ECOLaser"-Serie mittels der textbasierten Kommandosprache "Prescribe" und der API-Schnittstelle die einfache Entwicklung und Einbindung beispielsweise von Formularen und Etiketten, die eine zeitaufwendige Programmierung überflüssig machen sollen. Zahlreiche Software-Firmen bieten auch andere Lösungen wie etwa "DATEV"-Formulare für Steuerberater, so dass sich die Drucker für jeden Einsatzbereich maßschneidern lassen. Oki hingegen setzt verstärkt auf das Internet; die Faxgeräte "Okifax 5750" und "5950" können sowohl Faxe als auch E-Mails über das Internet versenden und empfangen. Der Clou: Egal wohin die Faxe gehen, fallen über einen Internet-Provider immer nur die Telefongebühren zum Ortstarif an. Neue IT- und Software-Lösungen im Bereich Drucker und Foto/Film haben auch Canon und Kyocera angekündigt.Zuletzt sei noch ein anderer Trend erwähnt, der für mehr Farbe sorgen wird. Unter dem Motto "Print different" hat sich nicht nur Oki mit seinem "8 iM" vom Farbdesign der iMac- und iBook-Reihe von Apple anregen lassen. Auch Epson treibt es mit dem "Stylus Color 760 Transparent" reichlich bunt.

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