Wirtschaft : Bei Japans Autobauern geht es wieder aufwärts

bas/HB

Solche Nachrichten verkündet der designierte Mitsubishi-Motors-Chef Rolf Eckroth gerne. Nach drei Verlustjahren ist Japans viertgrößter Autobauer wieder in der Gewinnzone angelangt. Durch rigide Einsparungen bei den Material- und Personalkosten blieben im vergangenen Geschäftsjahr unter dem Strich 1,13 Milliarden Yen (rund 9,7 Millionen Euro) in der Kasse - mehr als geplant. Im Jahr zuvor waren noch 27,8 Milliarden Verlust angefallen. Sorgen machten vor allem die Personenwagen. Im kommenden Jahr sollen 3,8 Milliarden Yen Überschuss erwirtschaftet werden.

"Wir haben bisher alle Ziele des Drei-Jahres-Plans erreicht und einige übertroffen. Und wir werden unsere Ziele auch 2002 und 2003 übertreffen", sagte Eckroth, der den Chefsessel des japanischen Unternehmens, an dem Daimler-Chrysler mit gut einem Drittel beteiligt ist, am 25. Juni übernehmen wird. In drei Jahren will der frühere Adtranz-Chef Mitsubishi Motors in ein profitables und wachsendes Unternehmen verwandeln, das in der Lage ist, seinen riesigen Schuldenberg von 1,2 Billionen Yen Schritt für Schritt abzutragen.

Die Parallelen zu Nissan Motor sind auffällig. Die Nummer drei der Branche brachte der Franzose Carlos Ghosn innerhalb von drei Jahren wieder auf die Gewinnschiene, nachdem Renault SA sich mit einem guten Drittel beteiligt hat. Rendite- statt Umsatzwachstum lautet seitdem die Devise, die sich auch die Autobauer Japans, die nicht in ausländischer Hand sind, ins Lehrbuch geschrieben haben.

Toyota verbucht Rekordüberschuss

Branchenriese Toyota etwa bringt es auf eine operative Umsatzrendite von 7,4 Prozent. Trotz Absatzproblemen auf dem heimischen Markt präsentierte Präsident Fujio Cho am Montag nach Börsenschluss einen Rekordüberschuss von 615 Milliarden Yen, eine Steigerung um 30 Prozent. Der Umsatz stieg weltweit - im Gegensatz zu Nissan und Mitsubishi, die noch in der Konsolidierungsphase sind - um gut zwölf Prozent auf 1,5 Billionen Yen. Dabei ist das US-Geschäft derzeit eine Geldquelle für den größten japanischen Autobauer - und nicht nur für ihn.

Auch Nissan, Mitsubishi und Honda stützen ihre optimistischen Prognosen im laufenden Jahr auf einen florierenden Absatz in den USA. Dabei hilft den Firmen der niedrige Yen-Kurs zum Dollar. Allein Toyota hat die schwache Heimatwährung im vergangenen Jahr 410 Milliarden Yen zusätzlich eingebracht. Für das laufende Jahr gehen Toyota und Nissan von einem Kurs von 125 Yen zum US-Dollar aus, Mitsubishi Motors von 120 Yen pro Dollar.

Trotz der Erfolge in den Vereinigten Staaten bereitet Toyota ebenso wie Mitsubishi der japanische Heimatmarkt Probleme. Die Nummer zwei der Branche, Honda, macht der Konkurrenz Marktanteile abspenstig und ist bei Börsianern und Analysten entsprechend beliebt. Goldman-Sachs-Analyst Kunihiko Shiohara ist nicht der einzige, der von den Wachstumssaussichten des Unternehmens überzeugt ist, zumal auch für Honda die Geschäfte in den USA gut laufen. Weltweit steigerte Honda Motor den Umsatz um gut 14 Prozent auf 2,1 Billionen Yen, den Nettogewinn sogar um knapp 70 Prozent auf 107 Milliarden Yen. "Wir denken, dass das Nordamerika-Geschäft des Unternehmens eine neue Quelle großer Gewinne wird", argumentiert Shiohara. Goldman Sachs hat das Kursziel der Aktie von 6600 Yen auf 7100 Yen angehoben.

Der US-Markt soll die Wende bringen

Ob alle japanischen Autobauer auf dem hart umkämpften US-Markt zulegen können, hängt neben der Konjunkturentwicklung nicht zuletzt von den neuen Modellen ab, die sie in Aussicht gestellt haben. Nissan etwa hat 28 neue oder aufpolierte Modelle angekündigt, verweist etwa stolz auf die Anfangserfolge des Altima, die mitgeholfen haben, die operative Umsatzrendite auf 7,9 Prozent zu heben, ein halber Prozentpunkt mehr als Branchenriese Toyota Motor vorweisen kann. Davon ist Mitsubishi Motors noch weit entfernt. Bei einem leicht gefallenen Umsatz von 3,2 Billionen Yen beträgt die Umsatzrendite gerade mal 1,3 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr soll sie auf 2,3 Prozent ansteigen.

Ob die Nutzfahrzeugsparte Fuso aus dem Unternehmen herausgetrennt wird und künftig bei Daimler-Chrysler konsolidiert wird, stehe noch nicht fest, betonte der noch amtierende CEO Takashi Sonobe. Eckroth ergänzte, es gebe auch keinen Termin, zu dem sich Mitsubishi entschieden haben will. Eine Veränderung in der Eignerstruktur werde es in nächster Zeit nicht geben. Zunächst einmal stehe die Integration und Konsolidierung des Unternehmens im Vordergrund.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben