Wirtschaft : Bei Metall wird es jetzt ernst Tarifangebot der Arbeitgeber erwartet

Berlin - Die Tarifverhandlungen in der deutschen Metallindustrie kommen in Schwung. Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall erörterte am Dienstag in Berlin seine Verhandlungsstrategie in den kommenden Tagen und dabei vor allem Höhe und Ausgestaltung des Lohnangebots. An diesem Mittwoch gibt es im Tarifbezirk Baden-Württemberg die zweite Verhandlungsrunde. Die IG Metall fordert acht Prozent für die rund 3,6 Millionen Metaller und begründet das mit dem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktivität, der Inflation und einer Art Gerechtigkeitszuschlag, da die Arbeitnehmer in den vergangenen Aufschwungjahren kaum profitiert hätten. „Angesichts der Risiken für die Exportwirtschaft muss die Nachfrage im Binnenmarkt gestärkt werden“, argumentiert IG-Metall-Chef Berthold Huber auch konjunkturpolitisch.

Die Arbeitgeber dagegen verweisen seit Monaten auf die schwächere Konjunktur und haben zuletzt wegen der Finanzkrise ihre Warnungen verstärkt. „Das Jahr 2009 wird problematisch“, weiß Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser und plädiert für „sehr vorsichtige“ Tariferhöhungen. „Wir dürfen jetzt nicht mit Vollgas auf eine Nebelwand fahren.“ In den Verhandlungen müsse eine Formel gefunden werden, „die sowohl der Verunsicherung der Unternehmer als auch den Interessen der Mitarbeiter Rechnung trägt“. Die Arbeitgeber würden gerne einen einmaligen Betrag zahlen und dafür die dauerhafte Prozenterhöhung kleiner halten. „Das traditionelle Programm geht dieses Jahr nicht“, sagt Kannegiesser.

Beide Seiten wollen eine Einigung so schnell wie möglich – vielleicht sogar noch im Oktober. Andernfalls wird es mit Beginn des Novembers zu umfangreichen Warnstreiks kommen. Mit einem schnellen Ergebnis ist aber nur dann zu rechnen, wenn die Arbeitgeber nun auch ein Angebot vorlegen. Und das muss so groß sein, dass es die Grundlage für einen Kompromiss bildet. Mit einer Zwei vor dem Komma, so ist bei der IG Metall zu hören, würden die Arbeitgeber den Konflikt eher schüren. alf

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