Wirtschaft : Bei Mobilcom geht es nur ohne UMTS

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Von Corinna Visser

So hat sich Bundeswirtschaftsminister Werner Müller das vorgestellt: die guten Nachrichten vor der Wahl, die schlechten nach der Wahl. Mobilcom ist erst einmal gerettet – und muss deutlich mehr Arbeitsplätze streichen als befürchtet. Wenn man die Köpfe zählt und nicht die vollen Stellen, verlieren fast die Hälfte der Beschäftigten ihren Job. Und das UMTS-Geschäft, der kühne Plan von Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid, ist in die Schubladen verbannt. Auch darüber kann sich die Bundesregierung nicht freuen. Nach Quam wird nun ein weiterer Erwerber einer Lizenz für die neue Mobilfunktechnik UMTS wahrscheinlich niemals an den Start gehen.

Die Bundesregierung hatte einfach zu viel versprochen. Sie nannte Mobilcom ein „im Kern gesundes Unternehmen“, das unverschuldet in eine Krise geraten sei. Auslöser sei allein der unrechtmäßige Absprung des Partners France Télécom gewesen. Tatsächlich schreibt Mobilcom aber auch im Kerngeschäft, dem Verkauf von Mobilfunkverträgen, rote Zahlen. Und ohne einen finanzkräftigen Partner kann das Unternehmen UMTS nicht finanzieren. So ein Partner ist aber nicht in Sicht – schon gar keiner, der die Schulden von Mobilcom übernehmen will. Auch wenn die Regierung die Verträge mit France Télécom als belastbar bezeichnete: Bis Gerichte das bestätigt haben, ist Mobilcom längst tot. Ob die Franzosen, wie erhofft, auf die Rückzahlung der Schulden verzichten, ist keineswegs klar.

Richtig ist, dass Mobilcom sanierungsfähig ist. Vorstandschef Thorsten Grenz hat gezeigt, was getan werden muss, um Mobilcom auf Kurs zu bringen. Sich von UMTS zu verabschieden, gehört dazu.

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