Wirtschaft : Bei Policen auf die Kosten achten

DETLEF POHL

Ein Fonds ist eine Art Eintopf: ein bißchen Aktien, ein Schuß Immobilien oder ein Klecks in- und ausländische Sachwerte.Wird das Ganze richtig gemischt, kann man mit einer besseren Rendite als bei der traditionellen Lebensversicherung rechnen.Die Fonds-Police setzt sich ebenfalls aus zwei Teilen zusammen: Versicherungsschutz und Sparplan.Der Sparanteil des Beitrags fließt bei der Fondspolice in einen oder mehrere Investmentfonds.Die Auswahl ist mentalitätsabhängig.

Eingezahlt wird ein fester Beitrag.Geboten wird einerseits Versicherungsschutz einer Risiko-Lebensversicherung für den Todesfall und zudem Geldanlage mit Investmentfonds.Da deren Ertrag vom aktuellen Rücknahmepreis abhängt, der sich täglich ändern kann, gibt es weit in die Zukunft hinein keine garantierte Ablaufleistung für den Erlebensfall, sondern nur einen garantierten Todesfallschutz.Fonds-Policen bieten daher keine garantierte Mindestverzinsung.

Der Sparer bekommt jährlich vom Versicherer mitgeteilt, wie viele Fondsanteile an welchem Fonds er hält.Zudem können keine stillen Reserven - etwa abgeschriebene Immobilien - gebildet werden.Der Wert der Anlage ist nicht identisch mit dem Auszahlungsbetrag, da laufend Kosten vom Fondsvermögen zu bezahlen sind.Zum Ausgabeaufschlag von bis zu sechs Prozent der Anlagesumme bei Aktienfonds sowie den Fondsverwaltungskosten kommt der Versicherungspreis.Wenn nicht der Ausgabeaufschlag entfällt, - wie von manchen Gesellschaften geboten - lohnt das Geschäft allenfalls für die Versicherer.Noch teurer kann es werden, wenn die Fonds-Police gemanagt wird, das heißt, je nach Kapitalmarktentwicklung wird vom Anbieter in andere Fonds gewechselt.Da bei vielen Gesellschaften jeder Fondswechsel Gebühren und erneuten Ausgabeaufschlag kostet, verkehrt sich die gemanagte Fonds-Police oft in Geldvernichtung.

Als erste Gesellschaft am deutschen Markt hat die Skandia Lebensversicherung aus Berlin jetzt die Kosten ihrer Fonds-Police offenbart.Bei Skandia fällt grundsätzlich kein Ausgabeaufschlag an.Bei allen Kostenpunkten darf nicht vergessen werden, daß der eigentliche Ertrag von den Fondsmanagern kommt.Und damit rückt die Fondsauswahl für den Kunden in den Blickpunkt: Bei Skandia stehen 74 Fonds zur Auswahl, bei Continentale 44, Cosmos 25, Aspecta 23, Nürnberger acht.Bei R+V sind es hingegen nur zwei, bei Aegon gar nur ein einziger Fonds.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben