Wirtschaft : Bei Premiere zahlt sich der harte Sparkurs aus

Bezahlsender verringert Verlust und gewinnt neue Abonnenten

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München (nad). Dank eines strikten Sparkurses hat der Abosender Premiere seine Verluste im dritten Quartal drastisch verringern und neue Kunden gewinnen können. Der operative Verlust sei von 222 auf 16 Millionen Euro gesunken, teilte Premiere am Mittwoch in München mit. Nach Steuern und Abschreibungen sank das Minus von 245 auf 86 Millionen Euro. Der Umsatz legte um gut zwei Prozent auf 206,4 Millionen Euro zu. Den verringerten Verlust führt Premiere nicht zuletzt darauf zurück, dass im Juli keine Kosten für die FußballBundesliga und die Champions-League angefallen seien. „Wir haben den Wendepunkt im Geschäftsverlauf geschafft“, sagte Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler bei der Eröffnung der Münchner Medientage.

Nach einer grundlegenden Sanierung sei der Sender, der zum ehemaligen Medienimperium von Leo Kirch gehörte, wieder auf Wachstumskurs. Erstmals seit längerem verzeichnete der Bezahlsender auch wieder einen Netto-Zuwachs bei den Neukunden. Im dritten Quartal habe Premiere 125000 Abonnenten hinzugewonnen. Die Gesamtzahl der Kunden stieg damit bis Ende September leicht auf 2,44 Millionen Abonnenten. „Noch vor Weihnachten wird Premiere erstmals die Schwelle von 2,5 Millionen Abonnenten überschreiten“, ist Kofler überzeugt. Er hält an dem Ziel fest, beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erstmals im ersten Halbjahr 2004 schwarze Zahlen zu schreiben. Kofler betonte weiterhin, dass Premiere wieder ein verlässlicher Partner für die US-Studios geworden sei. Mit Metro-Goldwyn-Mayer und Warner habe der Sender am Dienstag neue Programmverträge geschlossen. Kofler zeigte sich zuversichtlich, für den zum Verkauf stehenden Abosender bis zum Jahresende einen passenden Investoren zu finden. Der Sender verhandelt nach eigenen Angaben bereits mit einer Handvoll Finanzinvestoren. Premiere kämpft seit der Insolvenz seiner Muttergesellschaft Kirch-Pay-TV im Mai ums Überleben. Dank Koflers Sparkurs scheint die Gefahr einer Insolvenz des Senders aber vorerst gebannt zu sein.

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