Wirtschaft : Beiersdorf strafft sein Sortiment Umsatz mit Marken

wie Nivea steigt deutlich

-

Berlin - Der Hamburger Nivea-Produzent Beiersdorf, der auch in Berlin-Tiergarten Duschbäder und Shampoos produziert, will seine Produktpalette verkleinern. Dadurch sollen die Kosten gesenkt und die großen Marken gestärkt werden, kündigte Marken-Vorstand Pieter Nota am Dienstag in Berlin an. Das sei bei Beiersdorf nicht anders als in einem Garten, erläuterte er: „Wenn man das Unkraut wegnimmt, wachsen die anderen Pflanzen umso besser.“ Nach starkem Umsatzwachstum im vergangenen Jahr setzt der Konsumgüterkonzern für die Zukunft vor allem auf China, Russland und Brasilien. Auch Zukäufe in diesen Märkten schloss Nota nicht aus.

Die regionale Neuausrichtung hatte Beiersdorf bereits im vergangenen November angekündigt. Hintergrund sind die ehrgeizigen Wachstumsziele, die das Management der Kosmetik- und Pflegesparte verordnet hatte. Danach soll der Umsatz bis 2010 auf rund sechs Milliarden Euro wachsen – im Vergleich zu 2005 ist das ein Plus von 50 Prozent. Allein auf dem hart umkämpften Kosmetikmarkt in Europa, wo Beiersdorf mit Wettbewerbern wie L’Oréal oder Procter & Gamble konkurriert, ist das nicht zu schaffen. Auch in Deutschland ist nicht mehr viel Wachstum drin – der Markt, auf den ein Viertel des Umsatzes entfällt, stagniert.

Im vergangenen Jahr steigerte Beiersdorf den Umsatz mit Marken wie Labello, Nivea und Hansaplast um 5,2 Prozent auf 4,04 Milliarden Euro. Besonders stark legten die Pflegemarke Eucerin und – vor allem in China – die Luxusmarke Juvena/La Prairie zu (beide plus elf Prozent). Die Kernmarke Nivea erzielte ein Plus von 8,6 Prozent. Der Konzernumsatz stieg um gut 200 Millionen auf 4,8 Milliarden Euro, der Gewinn um zehn Prozent auf 335 Millionen Euro.

Der Konsumgüterkonzern profitiert nach Angaben von Markenchef Nota von der alternden Gesellschaft („Wir freuen uns über jede Falte“) und dem wachsenden Bedürfnis von Männern nach Pflegeprodukten. Hier erwartet die gesamte Branche starkes Wachstum. Bei Rasiermitteln wurde Beiersdorf im vergangenen Jahr allerdings erstmals vom US-Konkurrenten Gillette überholt.

Nach dem ersten Quartal ist der Konsumgüterkonzern zuversichtlich, die selbstgesteckten Ziele für 2006 zu erreichen. Der Umsatz mit den Marken wuchs in den ersten drei Monaten nach Angaben Notas um acht Prozent. pet

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben