Wirtschaft : Beiersdorf trotzt der Billig-Konkurrenz

Nivea-Hersteller peilt Umsatz-Verdopplung bis 2010 an

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Hamburg (beu/HB). Der NiveaHersteller Beiersdorf will der Konsumflaute in Deutschland trotzen und erwartet für dieses Jahr weiteres Wachstum. Es solle deutlich über dem Wert von 2003 liegen, sagte der Vorstandsvorsitzende Rolf Kunisch am Dienstag in Hamburg. „Wir leiden nicht unter den Billigprodukten der Discounter“, versicherte er. Kunisch wiederholte allerdings nicht die Prognose eines um Wechselkurseffekte bereinigten siebenprozentigen Anstiegs.

Ein Problem sei aber, dass Nivea-Produkte oft von Billig-Anbietern nachgeahmt oder auf ausländischen Märkten gefälscht würden. „Das schädigt uns nicht nur direkt, indem wir weniger verkaufen, sondern vor allem unsere Marke“, sagte Kunisch. „Die Flasche ist gleich, der Inhalt ist es nicht.“ Besonders in Russland sei dies ein Problem. Beiersdorf beschäftige 600 Chemiker, um ständig neue Produkte zu entwickeln. Beiersdorf-Produkte sind außerdem die Pflaster-Marke Hansaplast und das Klebeband Tesafilm.

Nach der Übernahme der Beiersdorf-Mehrheit durch den Kaffeeröster Tchibo im vergangenen Jahr ist in den Konzern wieder mehr Ruhe eingekehrt. Mittelfristig werde Tchibo rund die Hälfte der Anteile halten und die andere Hälfte im Streubesitz liegen, sagte Finanzchef Rolf-Dieter Schwalb. Derzeit liegt die Streuung der Aktien bei 22 Prozent.

Für Zukäufe zeigte sich Beiersdorf weiter offen. „Wenn sich was ergibt, würden wir es machen. Aber es muss Qualität haben“, sagte der Chef des Nivea-Herstellers. Der Bestand an eigenen Aktien könnte dabei als Akquisitionswährung dienen. Beiersdorf hatte eigene Aktien erworben, als der Allianz-Konzern sein Beiersdorf-Paket an eine Investorengruppe um Tchibo verkauft hatte. Der Konzern hält nun knapp zehn Prozent eigene Anteile. Größere Aktienpakete liegen noch bei der Stadt Hamburg und dem Versicherungskonzern Allianz. Großaktionär Tchibo hat Beiersdorf bereits seine Unterstützung für mögliche Expansionen zugesagt.

Wegen der unklaren Währungs- und Konjunkturaussichten wollte Kunisch seine Umsatzprognose für das laufende Jahr nicht wiederholen. Anfang des Jahres hatte Beiersdorf noch ein Plus von sieben Prozent angekündigt. 2003 war der Umsatz wegen des starken Euro um 1,5 Prozent auf 4,67 Milliarden Euro gesunken. Mittelfristig erwartet Konzernchef Kunisch, dass sich der Beiersdorf-Umsatz in den kommenden zehn Jahren verdoppelt und die Umsatzrendite von jetzt 6,4 auf über sieben Prozent steigt. Das entspreche der Entwicklung des Konzerns in den vergangenen zehn Jahren. Für das abgelaufene Geschäftsjahr steigt die Dividende bei einem Überschuss von 301 (Vorjahr: 290) Millionen Euro um 20 Cent auf 1,60 Euro je Aktie.

Analysten wie Anke Kolck von der Vereins- und Westbank erwarten für Beiersdorf ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum für 2004 von rund sieben Prozent. Kolck empfiehlt weiter, die Aktie zu kaufen. Als Kursziel auf sechs Monate nennt die Bank knapp 100 Euro. Der Kurs der Beiersdorf-Aktie ging am Dienstag unverändert mit 86,90 Euro aus dem Handel.

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