Wirtschaft : Beiersdorf vor dem Verkauf

Allianz will heute über Veräußerung ihre Anteile entscheiden

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Hamburg (beu/mm/rob/HB). Der Vorstand des Versicherungskonzerns Allianz wird am heutigen Montag die Vorentscheidung über den Verkauf ihres 43,6prozentigen Aktienpaketes am Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf treffen, heißt es aus informierten Bankenkreisen. Dabei gilt als offen, ob sich die Allianz für die Tchibo Holding oder den US-Konzerns Procter & Gamble (P & G) entscheiden wird.

Vorhergegangen sind am Wochenende Verhandlungen mit dem Hamburger Kaffeeröster und Gemischtwarenhändler Tchibo. Der Konzern hält seit langem 30,1 Prozent an Beiersdorf und ist an einer Aufstockung der Beteiligung interessiert. Knackpunkt sind die weit auseinander liegenden Preisvorstellungen von Allianz und Tchibo. Wie es aus Finanzkreisen heißt, bietet die Gruppe um Tchibo 110 Euro je Beiersdorf-Aktie. Die Allianz fordere 130 Euro. Die Differenz von 20 Euro scheint nur schwer zu überbrücken.

Tchibo hatte zu erkennen gegeben, dass es zu einem Aktienkauf bereit sei, wenn der Preis „angemessen“ ist. Tchibo will keinen höheren Preis zahlen, weil der Konzern im Gegensatz zu P & G bei einer Übernahme von Beiersdorf keine Synergien nutzen kann. Zudem braucht Tchibo weiteres Kapital, um eine weitere Expansion des Nivea-Produzenten zu finanzieren. Im Bietergefecht um den Kosmetikkonzern hatte sich die Beiersdorf-Gründerfamilie Clausen, die zehn Prozent an dem Unternehmen hält, auf die Seite Tchibos geschlagen, da in dieser Konstellation der Verbleib von Beiersdorf in Hamburg gewährleistet ist. Im Falle einer Übernahme durch P & G wird die Zerschlagung von Beiersdorf befürchtet. So ist die Familie Clausen beim Hamburger Finanzsenator Peiner (CDU) zugunsten einer Gemeinschaftsaktion für Beiersdorf aktiv geworden.

Nach Einschätzung von Beobachtern bemüht sich die Allianz jetzt mit allen Kräften, die Familie Clausen auf ihre Seite zu ziehen. In diesem Fall könne P & G eine Mehrheit von 53,6 Prozent an Beiersdorf offeriert werden. Im Moment wird hinter die Haltung der Familie Clausen ein Fragezeichen gemacht. Nach Meinung von Finanzkreisen spricht für eine Übernahme von Tchibo vor allem die Einfachheit der Transaktion, da die Bücher von Beiersdorf nicht aufwändig geprüft werden müssten. Auch gebe es keine Kartellprobleme. Finanzkreise beziffern den Wert des Deals auf mindestens vier Milliarden Euro.

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