Wirtschaft : Beim Girokonto lohnt sich ein Gebührenvergleich Enorme Preisunterschiede bei Banken in Berlin

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Berlin (jaf). Ein scheinbar einfaches Produkt, doch eine schwierige Rechnung: Kaum ein Verbraucher weiß, welche Gebühren er wirklich für sein Girokonto bezahlt. Zu undurchsichtig sind die Abrechnungsmodelle der Kreditinstitute, zu lang die Palette der Einzelposten. Kommen dann noch ECKarte und Kreditkarte hinzu, ist der Tarifwirrwarr komplett.

Die Verbraucherzentrale Berlin hat deshalb zusammen mit der Stiftung Warentest die Kontogebühren der in Berlin vertretenen Banken für Privatkunden miteinander verglichen. Ergebnis: Der Berliner muss zwischen 0 Euro und 156 Euro pro Jahr für sein Girokonto berappen. „Die Preisunterschiede sind enorm", sagte Ernst Ungerer, Justiziar der Verbraucherzentrale, am Dienstag bei der Vorstellung des Preisvergleichs. Von den 31 Instituten, die an der Erhebung teilnahmen, bieten 17 ihren Kunden eine unentgeltliche Kontoführung an. Sie ist allerdings meist an bestimmte Voraussetzungen gebunden: So müssen beispielsweise regelmäßige Lohnzahlungen auf dem Konto eingehen oder ein bestimmtes Guthaben ständig auf dem Konto vorhanden sein. Ein unentgeltliches Konto mit EC-Karte ohne Voraussetzungen bieten nur drei Banken: ABC Privatkunden-Bank, BBBank und Sparda-Bank Berlin. Bei der Sparda-Bank muss der Kunde für die Kreditkarte nicht gesondert bezahlen.

Die Verbraucherschützer verglichen außerdem die Normalgebühren der Banken mit Hilfe eines Modellkontos, das stark genutzt wurde. Der fiktive Inhaber dieses Kontos hebt regelmäßig Geld ab, erteilt Überweisungs- und Daueraufträge und benutzt seine EC- oder Kreditkarte. Pro Jahr kommen so 257 Kontobewegungen zusammen. Dieser Modellnutzer kommt bei den beiden Direktbanken Comdirect und „1822 direkt“ am besten weg, mit jeweils 30,72 Euro pro Jahr. Am teuersten ist für ihn das Berlin-Konto Brillant bei der Berliner Sparkasse mit 156 Euro, das allerdings umfangreiche Zusatzangebote aufweist. Alle weiteren Institute liegen innerhalb dieser Spanne.

„Man sollte sich nicht scheuen, die Bank zu wechseln", sagte Verbraucherschützer Ungerer. " Oft lohne sich schon der Wechsel in eine andere Abrechnungsvariante innerhalb der eigenen Bank. Allerdings sollten Wechselwillige prüfen, ob sie die Voraussetzungen für ein kostenloses Konto erfüllten und ob die Kontoführung komfortabel sei. Menschen, die auf persönlichen Kontakt Wert legten und den Umgang mit dem PC scheuten, sollten Direktbanken meiden. Auch die Zahl der Filialen sei ein Kriterium. „Das Fremdgehen am Automaten kann teuer werden." Die meisten Zweigstellen in Berlin unterhalten derzeit die Berliner Sparkasse (170) und die Postbank (164).

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