Wirtschaft : Beim Super-Airbus explodieren die Kosten EADS bekräftigt aber seine Gewinnziele

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München Der Super-Airbus A380 wird weitaus teurer als geplant. Das Budget werde um 1,45 Milliarden Euro überschritten, sagte EADS-Co-Chef Rainer Hertrich am Dienstagabend in München. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hält 80 Prozent der Anteile an Airbus, der Rest gehört dem britischen Konzern BAE Systems.

„Das sind schon heftige Mehrkosten“, gab Hertrich zu. Ursprünglich sollten die Entwicklungskosten bei etwa 10,5 Milliarden Euro liegen. Die Analysten der Investmentbank Lehman Brothers hatten zuletzt mit Zusatzkosten von 500 Millionen Euro gerechnet. Hertrich zufolge haben ständige Anpassungen in der Entwicklung – zum Beispiel bei Design und Effizienz – zu den Mehrkosten geführt. Zudem habe es Probleme mit dem Gewicht der Maschine gegeben.

Hertrich bekräftigte, dass der Zeitplan beim A380 nach wie vor stehe. Mitte Januar 2005 soll das Großraum-Flugzeug zu seinem ersten Testflug abheben; 2006 soll es bei den ersten Fluggesellschaften in Betrieb gehen. Hertrich sagte, EADS wolle trotz der höheren Entwicklungskosten bis 2007 das geplante Renditeziel von zehn Prozent erreichen.

In dem seit Wochen tobenden Führungsstreit mahnte Hertrich die französischen Anteilseigner, ihre Entscheidung zur Besetzung des Co-Chefpostens so schnell wie möglich zu treffen, um kein Vakuum an der Führungsspitze entstehen zu lassen. Hertrich hatte vor zehn Tagen bekannt gegeben, seine Amtszeit nicht zu verlängern. Der größte deutsche EADS-Anteilseigner Daimler-Chrysler hatte daraufhin den Vorstand der Rüstungssparte, Thomas Enders, zu seinem Nachfolger bestimmt. In Frankreich muss Anteilseigner Lagardère entscheiden, ob das Mandat des Co-Chefs Philippe Camus verlängert wird oder ob Airbus-Chef Noel Forgeard auf den Chefsessel rücken darf. nic

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