Wirtschaft : Beitrag der Belegschaft umstritten

Um den geplanten Sanierungsbeitrag der Belegschaft des verschuldeten Baukonzerns Philipp Holzmann gibt es erneut Streit. Nachdem die beiden großen Arbeitgeberverbände der Baubranche in der vergangenen Woche dem vorgeschlagenen Sanierungstarifvertrag zunächst nicht zustimmen wollten, zog Holzmann-Betriebsratschef Jürgen Mahneke am Wochenende einen möglichen Alleingang der Arbeitnehmerseite in Betracht. "Wenn die Arbeitgeber nicht unterschreiben, muss die Gewerkschaft den Sanierungstarifvertrag eben allein mit Holzmann abschließen", sagte Mahneke der Nachrichtenagentur Reuters in Frankfurt. Zugleich schloss er Streikaktionen der Holzmann-Beschäftigten nicht aus. Der Holzmann-Betriebsrat hatte zur milliardenteuren Sanierung des überschuldeten Baukonzerns einen Beitrag der Mitarbeiter von ursprünglich knapp 250 Millionen Mark zugesagt, der jedoch schnell auf tarifrechtliche Probleme stieß. Nach längeren Verhandlungen einigte sich Holzmann mit der IG BAU schließlich darauf, dass die Beschäftigten für 18 Monate fünf Stunden pro Woche unentgeltlich mehr arbeiten. Die Mehrarbeit soll auf Arbeitszeitkonten festgehalten und später in Freizeit zurückgezahlt werden. Auf der Arbeitgeberseite, die dem Sanierungstarifvertrag zustimmen muss, stieß die Regelung jedoch auf Ablehnung. Die IG BAU will nach Worten eines Sprechers den Sanierungstarifvertrag am Montag dennoch unterschreiben. Betriebsratschef Mahneke kündigte an, er werde juristisch prüfen lassen, ob ein Alleingang mit der IG BAU ohne die Zustimmung der Arbeitgeber möglich sei. Die Holzmann-Arbeiter würden in jedem Fall ihre zugesagten Sanierungsleistungen erfüllen.

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