Wirtschaft : Belgier rechnen mit Chancen bei der Gasag

Angebot soll nachgebessert werden

BERLIN (hjk).Der belgische Energiekonzern Tractebel und die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wollen ihr Angebot für die zum Verkauf stehende 51,2 Prozent-Landesbeteiligung an der Gasag in der kommenden Woche nachbessern.Das kündigte Tractebel-Vizepräsident Jean-Pierre Schaeken gegenüber Journalisten im belgischen Brügge an.Der Berliner Senat hatte Tractebel dazu aufgefordert, denn neben dem auf rund 1,2 Mrd.DM geschätzten Kaufpreis für das Aktienpaket knüpft der Senat die Bewerberauswahl an ein umfangreiches Paket standortpolitischer Maßnahmen.So muß Tractebel noch konkrete Aussagen darüber machen, wie es sich etwa den Aufbau eines für Mittel- und Osteuropa zuständigen Büros in Berlin vorstellt. Tractebel, versicherte Vorstandschef Bodson, rechnet sich im Rahmen des Gasag-Pokers nach wie vor gute Gewinnchancen aus.Er trat damit Gerüchten entgegen, das Tractebel/BWB-Konsortium sei bereits aus dem Rennen.Die deutsch-belgischen Bieter konkurrieren bekanntlich gegen zwei Konsortien, die zum einen der Berliner Energieproduzent Bewag mit Gaz de France sowie zweitens Ruhrgas mit RWE und dem US-Energieriesen Houston Industries gebildet haben. Alle drei Bieter sollen inzwischen bereit sein, die hohen Preisforderungen des Senats zu erfüllen, so daß es bei der Auswahl jetzt vor allem um das industriepolitische Konzept der Bewerber geht.Im Laufe der nächsten zwei bis drei Wochen soll die definitive Entscheidung fallen.Tractebel, in Deutschland bisher nur als Minderheitsgesellschafter der Stadtwerke und Eigentümer eines Ingenieurbüros in Bonn engagiert, hält sich vor allem die umfassende internationale Erfahrung zugute.Das Unternehmen, eines der größten Belgiens, ist sowohl in Südamerika als auch in Asien aktiv. Die Pläne Tractebels mit der Gasag sind ehrgeizig: In zwei bis drei Jahren soll das tief in roten Zahlen steckende Berliner Gas-Unternehmen Gewinn machen, in zehn Jahren der Marktanteil der Gasag von zur Zeit 30 Prozent des Wärmemarktes verdoppelt werden.Gleichzeitig sollen die vom Bundeskartellamt wiederholt als zu hoch kritisierten Preise der Gasag schrittweise reduziert werden.

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