Wirtschaft : Belgier wollen Eko ganz

Cockerill Sambre-Präsident: BvS-Anteil soll übernommen werden

EISENHÜTTENSTADT (dpa/mot).Der belgische Stahlkonzern Cockerill Sambre hat angekündigt, alle Anteile von Eko-Stahl in Eisenhüttenstadt zu übernehmen."Wir wollen unseren Teil, unseren gesamten Teil von 100 Prozent von Eko-Stahl", sagte Präsident Jean-Pierre Devillet am Freitag im Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg.Cockerill hält derzeit 60 Prozent an der Eko Stahl GmbH.Für die übrigen Anteile, die bei der Treuhand-Nachfolgerin BvS liegen, besteht eine Kaufoption.Eko wird mit über 2500 Beschäftigten 1997 nochmals Verlust einfahren, der aber deutlich unter 100 Mill.DM liegen soll.Die BvS gleicht bis zum Abschluß der Restrukturierung Ende 1997 Verluste mit einem Gesamtvolumen von 220 Mill.DM aus. "Die Aussage von Cockerill Sambre unterstreicht, daß der Konzern zu Eko steht", kommentierte Eko-Sprecher Reinhard Behrendt am Freitag gegenüber dem Tagesspiegel die Ankündigung Devillets.Ein konkreter Termin für die Übernahme der restlichen Eko-Anteile sei ihm aber noch nicht bekannt.Die BvS erklärte am Freitag ebenfalls, ihr sei nur die Ankündigung des Cockerill Sambre-Präsidenten bekannt.Die Option auf die restlichen Eko-Anteile könnte jederzeit ausgeübt werden.Der belgische Konzern, der 1996 selbst rote Zahlen schrieb, hat angekündigt, nicht durch Beihilfen gedeckte Verluste von Eko dem brandenburgischen Stahlkonzern anzulasten.Von 1998 an sollen die Investitionen von 1,1 Mrd.DM voll zum Tragen kommen, mit denen der Betrieb zu einem vollintegrierten Stahlwerk ausgebaut wird.Eine neue Warmwalzstraße, die am kommenden Dienstag offiziell in Betrieb genommen wird, kostete 671 Mill.DM.Im Mai hatte Eko einen neuen Großhochofen für 296 Mill.DM angefeuert, der die Roheisenproduktion bis über das Jahr 2000 hinaus sichern soll.

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