Wirtschaft : BellSouth hat Vorrecht auf E-Plus

BONN (rtr).Die US-amerikanische Telefongesellschaft BellSouth hat ein erstes Zugriffsrecht auf die 17 Prozent der Anteile an dem deutschen Mobilfunknetz E-Plus, die die britische Vodafone verkaufen will."Beide Unternehmen haben untereinander ein Vorkaufsrecht", sagte RWE-Sprecher Dieter Schweer am Sonntag.Die Energiekonzerne RWE und Veba kontrollieren die Gesellschaft Otelo, die mit 60,3 Prozent an E-Plus beteiligt ist.Ob BellSouth, die die übrigen E-Plus-Anteile halte, das Vorkaufsrecht auch wirklich wahrnehme, könne er nicht vorhersagen."Das müssen die Gespräche zeigen", sagte Schweer.Ob es bereits Gespräche zwischen Vodafone und BellSouth gebe, wisse er nicht.

Vodafone-Chef Chris Gent hatte am Sonnabend erklärt, den E-Plus-Anteil seines Unternehmens verkaufen zu wollen.Am Freitag hatte Vodafone angekündigt, für umgerechnet rund 95 Mrd.DM das US-amerikanische Unternehmen Airtouch zu übernehmen.Deutschland ist nach Angaben von Gent der einzige Markt, in dem sich Bereiche von Vodafone und Airtouch überlappen.Die übernommene Airtouch hält 35 Prozent an dem von Mannesmann geführten Konsortium D2.

Für E-Plus könnten die Veränderungen in der Gesellschafterstruktur positiv sein, sagte Schweer.Dies biete die Chance auf eine zukunftsgerichtete Neuordnung der Gesellschafter-Verhältnisse.Grundsätzlich sei es so, daß Entscheidungen mit weniger Partnern einfacher zu treffen seien.Wie schnell es zu einem Verkauf der Vodafone-Anteile an der Telefongesellschaft E-Plus komme, sei noch nicht abzusehen."Das Verfahren wird zeitlich von Vodafone bestimmt", sagte Schweer.Eine Beeinträchtigung für E-Plus während der Verhandlungen werde es aber nicht geben.

Vodafone war nach Angaben von RWE-Sprecher Schweer vor etwa vier Jahren einer der Gründungsgesellschafter von E-Plus.E-Plus hat sich nach Angaben von Otelo in den vergangenen sechs Monaten positiv entwickelt und derzeit mehr als zwei Millionen Kunden.Der Gesamtwert des Telefonunternehmens E-Plus wird in Kreisen des Unternehmens auf etwa zehn Milliarden DM geschätzt.

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