Wirtschaft : Belohnung für Wagemut

Deutscher Gründerpreis in Berlin verliehen.

„Technische Herausforderungen reizen mich“, sagt Martin Herrenknecht. Foto: Deutscher Gründerpreis
„Technische Herausforderungen reizen mich“, sagt Martin Herrenknecht. Foto: Deutscher Gründerpreis

Berlin - Mit einem kleinen Ingenieurbüro fing 1975 alles an. Heute ist die Herrenknecht AG Weltmarktführer bei Tunnelvortriebsmaschinen. Herrenknecht-Bohrer trieben am Gotthard den mit zwei 57-km-Röhren längsten Verkehrstunnel der Welt voran, bauten die vierte Röhre des Hamburger Elbtunnels, untertunnelten den Bosporus für Istanbuls Trinkwasserversorgung und realisieren die U-Bahn-Tunnel im malaysischen Kuala Lumpur. „Technische Herausforderungen reizen mich“, sagt Martin Herrenknecht. Für seine unternehmerische Leistung und auch sein Engagement vor allem für technologieorientierte Gründungen ist der Unternehmer am Dienstagabend in Berlin mit dem Deutschen Gründerpreis 2013 in der Kategorie Lebenswerk ausgezeichnet worden. „Man darf nie stehen bleiben“, meint der 70-Jährige Herrenknecht, der gerade viel Geld und Know-how in die Geothermie investiert.

Zur feierlichen Verleihung des Gründerpreises kam am Dienstagabend viel Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ins Hauptstadtbüro des ZDF. Ausgelobt wurde der Preis zum zwölften Mal von „Stern“, ZDF, Sparkassen und Porsche. Ziel der auch vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützten Initiative ist es, ein positives Gründungsklima in Deutschland zu fördern und Mut zur Selbstständigkeit zu machen.

In der Kategorie Start-ups (Unternehmen, die maximal drei Jahre alt sind) gewann Innoven aus Bremerhaven. Innoven entwickelt Komponenten und Systeme im Bereich der Windenergie und der Schifffahrt. Als einmalig befand die Jury dabei, dass Innoven komplette Lösungen anbietet – vom ersten Entwurf bis zum produktionsreifen Prototypen. Sie zeichnete das Unternehmen aus, „weil es die Gründer mit ihrem innovativen Geschäftsmodell schaffen, erhebliche Effizienzsteigerung bei der Entwicklung von technischen Komponenten umzusetzen“. Zudem seien Rolf Rohden und Martina Kuhlmann von Innoven hervorragende Vorbilder für angehende Gründer.

Die Auszeichnung in der Kategorie Aufsteiger ging an Mymuesli aus Passau. Mymuesli bietet seinen Kunden die Möglichkeit, sich per Mausklick einen persönlichen Lieblingsmix aus 80 verschiedenen Arten von Flocken, Früchten, Nüssen und anderen Zutaten zusammenzustellen und nach Hause liefern zu lassen. Daneben betreibt Mymuesli vier Läden in München, Passau, Regensburg und Stuttgart. Die Jury fand das Unternehmen preiswürdig, „weil es sich in einer schwierigen, konservativen Branche durchgesetzt hat und sowohl online als auch offline sehr erfolgreich ist“. Zudem sei Mymuesli ein hervorragendes Beispiel für eine erfolgreiche Markenbildung.

Die Preisträger und Finalisten bei Start-ups und Aufsteiger erhalten ein individuelles Coaching und je nach Bedarf Unterstützung bei Finanzierung, Organisation oder Marketing. Zudem profitieren sie vom großen Netzwerk aus Gründern und erfolgreichen Unternehmern, das hinter dem Gründerpreis steht. vis

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