Wirtschaft : Bemühungen um Verhaltenskodex für den südostasiatischen Raum

Die Wirtschaftsminister des Verbandes Südostasiatischer Staaten (Asean) haben am Donnerstag in Manila die asiatische Finanzkrise für beendet erklärt. Gleichzeitig brachten sie ihre Sorge zum Ausdruck, wirtschaftliche Probleme in den USA und Japan könnten die Erholung der Region gefährden und die Weltwirtschaft in einen Abwärtsstrudel ziehen.

"Ich glaube, wir haben die asiatische Krise überstanden", sagte der philippinische Finanzminister Edgardo Espiritu. "Aber wenn die beiden größten Märkte einen wirtschaftlichen Abschwung erleiden, könnte das Auswirkungen auf die ganze Welt haben." Die Finanzminister der zehn Asean-Staaten trafen sich am Donnerstag, um Wege zur Vermeidung zukünftiger Krisen zu diskutieren. Sie gaben eine gemeinsame Stellungnahme heraus, in der es hieß, die regionalen Wirtschaftsdaten hätten sich seit dem letzten Treffen im März in Hanoi stark verbessert. Die Asean-Staaten erwarten in diesem Jahr positive Wachstumsraten von bis zu sechs Prozent.

Die Finanzminister führten diese Entwicklung auf Reformen des Finanzsektors zurück, erklärten aber, dass noch viel Arbeit vor ihnen liege. Wegen des starken Wachstums in den USA und der Erholung in Japan seien die Exporte stark angestiegen. Dieser "Miniboom" könnte schwächer werden, wenn es dort zu Einbrüchen käme, hieß es in der Erklärung. Die stellvertretenden Finanzminister wollten sich am Donnerstagabend mit ihren Kollegen aus Japan, China und Südkorea treffen, mit denen die Asean-Staaten enger zusammenarbeiten wollen.

Sie bemühten sich am Donnerstag auch um eine Zustimmung Chinas zu einem Verhaltenskodex, mit dem territoriale Konflikte in der Region verhindert werden sollen. Unterschiedliche Auffassungen über das geografische Ausmaß des Verhaltenskodex blockieren seit Monaten seine Verabschiedung. Vietnam erklärte, er müsse das gesamte Südchinesische Meer umfassen und damit auch die Paracel-Inseln, auf die Vietnam und China Anspruch erheben. China sprach sich gegen diesen Vorschlag aus. Peking ist auch dagegen, die von sechs Staaten beanspruchten Spratly-Inseln in den Kodex einzubeziehen. Brunei, Malaysia, die Philippinen, Vietnam, China und Taiwan erheben Anspruch auf die Inseln, unter denen große Rohstoffvorkommen vermutet werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben