Wirtschaft : BenQ muss Handy-Sparte aufpäppeln

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München - Die Übernahme des Handygeschäfts von Siemens entwickelt sich für den Elektronikkonzern BenQ zum Albtraum. Seit neun Monaten betreiben die Taiwaner das Geschäft nun schon unter eigener Regie, doch schwarze Zahlen rücken in weite Ferne. Am Donnerstag gaben die Asiaten bekannt, dass die Gewinnschwelle erst Mitte 2007 erreicht werde. Dies ist ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant. Gleichzeitig teilte BenQ mit, dass der Konzern 400 Millionen Dollar (312 Millionen Euro) in seine Handy-Tochter BenQ Mobile investieren werde. Dies sei als Zeichen zu verstehen, dass sich die Mutter zu dem Geschäft bekenne, sagte ein Sprecher von BenQ Mobile in München. Wofür das Geld verwendet werde, wollte der Sprecher allerdings nicht sagen.

BenQ hat die hoch defizitäre Handy-Sparte von Siemens im vergangenen Herbst übernommen und mit dem eigenen Mobilfunkgeschäft verschmolzen. Die Zentrale von BenQ Mobile ist in München. Die Sanierung klappt allerdings nicht wie erhofft: Neue Handys kamen in den vergangenen Monaten zu spät in die Geschäfte, und die bestehende Modell-Palette kommt bei den Kunden nicht an. So sank der weltweite Marktanteil nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr von knapp fünf auf nur noch drei Prozent.

So hat das Handy-Geschäft den gesamten Konzern im abgelaufenen Quartal erneut in die roten Zahlen gedrückt. Das Unternehmen musste einen Verlust von umgerechnet knapp 60 Millionen Euro hinnehmen. Dies war mehr, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Um schnell in die schwarzen Zahlen zu kommen, verschärft BenQ jetzt den Sparkurs bei seiner Mobilfunktochter. Zudem schickt die Mutter einen neuen Finanzchef nach München. jojo/HB

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