Wirtschaft : Benzin ist so teuer wie noch nie Ein Liter Super kostet 1,20 Euro

-

(hop). Der Preis für Superkraftstoff an deutschen Tankstellen ist am Montag auf 1,20 Euro je Liter geklettert – und damit auf einen historischen Höchststand. Die neue Preisrunde führte der Ölkonzern BPAral an. Zur Begründung wurden die stark gestiegenen Preise in Rotterdam genannt. Denn an den internationalen Börsen ist der Preis für Benzin auf den höchsten Stand seit etwa 20 Jahren geklettert. Barbara Meyer-Bukow, Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), sagte dem Tagesspiegel, eine Tonne Superbenzin koste zurzeit in Rotterdam 445 Dollar. Einen so hohen Preis habe es „höchstens Anfang der 80er Jahre“ gegeben. Das jüngste Maximum war im Jahr 2000 bei 400 Dollar je Tonne erreicht worden – und damals nur für einen Tag.

Eine schnelle Entspannung ist nicht abzusehen. Seit einigen Jahren kaufen jeweils im Frühjahr US-Kunden auf den europäischen Märkten Benzin ein. Der Grund: Die Raffinerien in den USA kommen regelmäßig mit der Umstellung von der Winterproduktion – dominiert durch Diesel und Heizöl – auf die Sommerproduktion mit dem Hauptprodukt Benzin nicht nach. „Außerdem haben einige Raffinerien unvorhergesehene Probleme und nicht geplante Wartungsarbeiten“, sagte Meyer-Bukow vom MWV. Trotz der Rekordpreise, die mittlerweile gezahlt werden müssen, gebe es „immer noch eine kräftige Nachfrage aus den USA“.

37 Prozent der Autofahrer in Deutschland planen wegen der gestiegenen Spritpreise, ihren Wagen weniger zu nutzen als bisher und auf das Rad oder öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das geht aus einer Umfrage des Forsa-Instituts unter 1001 Bundesbürgern hervor.

Anschläge verunsichern

Ebenso wie Benzin ist auch der Preis für Rohöl auf eine Rekordniveau gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent näherte sich am Montag der Marke von 35 Dollar – der höchste Stand seit Anfang der 80er Jahre. „Das ist die Reaktion auf eine befürchtete Knappheit“, sagte Meyer-Bukow. Vor allem die jüngsten Anschläge in Saudi-Arabien, dem wichtigsten Ölförderland im Nahen Osten, und die weiterhin unsichere Lage in Nigeria und Venezuela verunsicherten die Börsen, sagte die MWV-Expertin. Die tatsächliche Versorgungslage sei jedoch derzeit „nicht schlecht“. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) halte sich offenbar nicht an ihre Förderkürzung, die ab April durchgesetzt werden sollte, sondern produziere mehr als offiziell beschlossen. „Warum sollten sich die Opec-Mitglieder auch daran halten – bei den Preisen, die zurzeit gezahlt werden.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben