Wirtschaft : Benzin und Diesel immer teurer Air Berlin droht mit höheren Ticketpreisen

Berlin - Die deutschen Verbraucher bekommen die steigenden Energiepreise immer deutlicher zu spüren. Diesel und Benzin waren am Freitag an den Tankstellen so teuer wie noch nie zuvor. Und auch die Preise für Flugtickets könnten angesichts steigender Spritpreise künftig angehoben werden. Das kündigte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Freitag in Berlin an.

Die Mineralölgesellschaften erhöhten am Donnerstagabend erneut die Preise. Ein Liter Benzin kostete im bundesweiten Durchschnitt am Freitag mehr als 1,48 Euro, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg und Bochum mit. Für Dieselkraftstoff mussten die Autofahrer erstmals 1,40 Euro je Liter bezahlen. Nach Berechnungen des ADAC hat sich Diesel seit 2003 um durchschnittlich mehr als 50 Prozent verteuert. Mehrere Automobilclubs forderten Entlastungen für die Autofahrer über die Pendlerpauschale oder die Mineralölsteuer.

Auch den Fluggesellschaften machen die hohen Energiepreise zu schaffen. Air- Berlin-Chef Hunold fordert deshalb eine staatliche Zuteilung von Ölreserven an die Fluglinien. Man müsse überlegen, ob man Luftverkehrsträgern Treibstoff zuordnet, sagte Hunold am Freitag bei einer Veranstaltung der Amerikanischen Handelskammer in Berlin. Dazu sei ein politischer Prozess auf weltweiter Ebene notwendig. Sollte sich nichts ändern komme man nicht umhin, die Ticketpreise zu erhöhen, drohte Hunold.

Hintergrund sind die seit Monaten stark steigenden Energiepreise. Der Rohölpreis war zu Wochenbeginn auf knapp 120 Dollar gestiegen. Am Freitag kostete ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl 116,85 Dollar. Auch die Preise für deutsche Energieimporte haben sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht – um mehr als ein Drittel, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Zwischen März 2007 und März 2008 habe sich Rohöl um rund 46 Prozent verteuert. Mineralölprodukte wurden um knapp 37 Prozent teurer, Steinkohle um 29 Prozent und Erdgas um knapp 20 Prozent.

Auch bei der Einfuhr von Nahrungsmitteln mussten die Importeure zum Teil deutlich mehr zahlen: Getreide verteuerte sich im Jahresvergleich um fast 57 Prozent, Zitrusfrüchte um 33 Prozent, Milch und Milchprodukte um 14,5 Prozent und Rohkaffee um sechs Prozent. Deutsche Verbraucher müssen dem Einzelhandelsverband HDE zufolge aber nicht befürchten, dass der Handel den Preisschub in voller Härte an sie weitergibt. Dennoch müssten sie sich allmählich auf steigende Lebensmittelpreise einstellen, weil weltweit Rohstoffe knapper würden, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. stek/AFP

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