Wirtschaft : Benzin

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PREIS DER WOCHE

Von Flora Wisdorff

Pünktlich vor den Ferien geht der Benzinpreis (Foto: dpa) hoch. Das war immer so – und das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Der Preis für einen Liter Super liegt in Deutschland im Durchschnitt bei 1,049 Euro. In Berlin kostet das Benzin ein bisschen weniger. Im Vergleich dazu sind die Sachsen besonders schlecht dran. Sie zahlen 1,6 Cent mehr als der Schnitt – aber dort sind auch schon Ferien.

Es liegt aber nicht nur an den Ferien, dass Benzin im Augenblick in einigen Regionen billiger ist als in anderen. Der deutsche Benzinmarkt teilt sich in regionale Märkte. Der Preis hängt vom Wettbewerb vor Ort ab. Wenn also zum Beispiel Supermarkt-Tankstellen das Benzin billig verkaufen, dann sinkt auch der Preis an den Markentankstellen. Besonders im Großraum Berlin ist der Wettbewerb scharf: Zwischen sechs und acht Cent schwanken die Preise hier.

Hinzu kommt die Frage, wo die nächste Raffininerie ist. Denn der Benzintransport ist gefährlich und deshalb auch teuer: Wenn das Superbenzin aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet, wo es viele Raffinerien gibt, in den Hunsrück gefahren werden muss, ist dort das Benzin teurer als in Köln-Hürth. Außerdem spielt die Konjunktur eine Rolle: Läuft die Wirtschaft gut und transportieren die Unternehmen mehr Waren durch die Republik, steigt der Preis ebenfalls.

Jedenfalls normalerweise. Denn kontrolliert wird der Ölmarkt immer noch weitgehend von einem Kartell, in dem sich die erdölexportierenden Länder zusammengeschlossen haben, der Opec. Die Opec entscheidet, wieviel Öl gefördert und verkauft wird. Steigt der Weltmarktpreis über 28 Dollar, wird mehr Öl gefördert. Sinkt der Preis weit unter 22 Dollar, wird der Export gedrosselt. Inzwischen sind aber so viele Ölländer nicht Mitglieder des Kartells, dass der Preis auch manchmal stärker sinkt.

Der Verbraucher spürt davon wenig. Zwei Drittel des Benzinpreises entfallen auf Steuern und Abgaben. Auch von der Euro-Stärke profitieren wir nicht. Das ist sonderbar, weil die Ölrechnung in Dollar bezahlt wird und für uns daher billiger wird. Die Ölkonzerne sagen, dass es dauert, bis die Preissenkung bei den Autofahrern ankommt. Warum Preiserhöhungen aber immer sofort umgesetzt werden, erklären sie nicht.

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