Benzinkosten : Politik empört über Preistreiberei

Von Politik und Verbänden wird angesichts der hohen Benzinpreise eine schärfere Kontrolle der Mineralölkonzerne gefordert. Das Kartellamt soll nun untersuchen, ob es Absprachen zwischen den Unternehmen gab.

Berlin/München - Das Kartellamt müsse "genau prüfen, ob hier keine unzulässigen Preisabsprachen vorliegen", forderte FDP-Vize Rainer Brüderle in der "Passauer Neuen Presse". Er kritisierte zudem, dass die Benzinpreise "immer vor Feiertagen und langen Wochenenden deutlich steigen." In den vergangenen Tagen waren die Spritpreise auf neue Jahresrekorde geklettert und und sind nur noch wenige Cent von ihren Allzeithochs entfernt. Vor dem langen Pfingstwochenende ist keine Entspannung in Sicht.

Die großen Mineralölkonzerne BP, Shell und Exxon nutzten ihre Marktmacht aus, kritisierte auch Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. "Ohne einen grundsätzlichen Druck aus der Politik und vom Kartellamt wird sich da nichts ändern." Auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken (CSU), forderte in der "Passauer Neuen Presse" das Einschreiten der Wettbewerbshüter.

Dementis der Konzerne

"Schon in den vergangenen Wochen beobachten wir deutlich überhöhte Benzinpreise", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel in München. "Zwar ist auch der Ölpreis gestiegen, aber die Konzerne haben noch einen draufgesetzt." Trotz stetiger Dementis der Mineralölkonzerne seien die Benzin- und Dieselpreise oft vor Feiertagen besonders hoch, beobachtet auch der Automobilclub. Den Autofahrern bliebe derzeit nur, den Wagen öfter mal stehen zu lassen und konsequent auf freie, oft billigere Tankstellen auszuweichen.

Für die kommenden Tage gibt es zudem wenig Hoffnung auf sinkende Preise. Claudia Kemfert, Energie-Expertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, erwartet sogar einen weiteren Preisanstieg an der Zapfsäule. "Ich rechne damit, dass Benzin - gerade zu Beginn der Feriensaison - noch um ein, zwei Cent teurer wird", sagte sie der "Netzeitung". "Die Mineralölkonzerne werden die gerade in den Ferien hohe Nachfrage natürlich nutzen." Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwartet zunächst keinen Preisrückgang. Am Pfingstwochenende wollen viele Deutsche mit dem Auto in den Urlaub fahren. (tso/AFP)

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