Benzinpreise vor Ostern : Der Tank-Trip nach Polen lohnt sich wieder

Kurz vor Ostern steigen die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen wieder. Neue Rekordpreise wie im vergangenen Jahr sind allerdings nicht in Sicht.

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Ein Liter der meistgetankten Sorte Super (E5) kostete am Dienstag im Bundesschnitt rund 1,62 Euro, Super E10 rund 1,58. Für Diesel mussten die Autofahrer 1,43 Euro je Liter bezahlen. Das waren ein paar Cent mehr als vor einer Woche, aber kaum eine besonders auffällige Preisbewegung. Für Berlins Tankstellen meldete das Portal Clever-Tanken.de einen Durchschnittspreis von 1,59 Euro für E10 und 1,45 Euro für den Liter Diesel. Neue Preisrekorde sind aber nicht in Sicht.

Eingetrichtert. Die Mineralölwirtschaft spricht bei den Spritpreisen von einem "funktionierendem Markt". Verbraucherschützer und Kartellwächter bezweifeln das.
Eingetrichtert. Die Mineralölwirtschaft spricht bei den Spritpreisen von einem "funktionierendem Markt". Verbraucherschützer und...Foto: dpa

Das aktuelle Preisniveau für Benzin und Diesel liegt um gut zehn Cent je Liter unter den Rekordpreisen des Vorjahres. Dem Autofahrer hilft vor allem der Rohölpreis, der seit Mitte Februar auf dem Rückzug ist. Für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent sind gegenwärtig rund 107 Dollar zu bezahlen, vor ein paar Wochen waren es noch mehr als 118 Dollar. Im vergangenen Jahr kostete Rohöl zeitweise sogar mehr als 128 Dollar je Barrel. „Der Markt ist mehr als ausreichend gut mit Öl versorgt“, sagt Rainer Wiek vom Hamburger Energie Informationsdienst EID. Von der Währungsseite her kamen dagegen eher verteuernde Impulse.

Autofahrer könnten selbst ihren Beitrag leisten, damit die Benzinpreise nicht überschießen, rät der ADAC. „Sie sollten sich preisbewusst verhalten, jeden Tag die Preise vergleichen und bei günstigen Gelegenheiten tanken, auch wenn der Tank noch nicht leer ist“, sagt eine Sprecherin in München. Bundesregierung und Verbraucherschützer hoffen derweil, dass die Kundenmacht durch die neue Marktpreistransparenzstelle steigt, die derzeit beim Bundeskartellamt eingerichtet wird. Künftig sollen dann alle Tankstellenbetreiber ihre Preise in Echtzeit an die Behörde übermitteln. Unternehmen sollen diese Daten dann kostenlos in ihre Online-Portale oder Navigations-Software integrieren dürfen. So sollen Autofahrer schneller den aktuell günstigsten Anbieter finden.

Im Ausland macht tanken mitunter noch weniger Spaß: Rund 1,81 Euro pro Liter verlangen die Italiener für Superbenzin, für Diesel 1,70. In Polen sparen deutsche Autofahrer dagegen kräftig: Dort kostet der Liter Benzin oder Diesel derzeit umgerechnet nur rund 1,36 Euro, also rund 23 Cent weniger als der Liter Super in Berlin. mit dpa

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