Wirtschaft : Benzinpreise: Zu Ostern Rekordniveau

Die Benzinpreise in Deutschland sind so hoch wie noch nie. Nach Einschätzung des Hamburger Branchendienstes EID haben Einflüsse aus den USA dazu beigetragen, den Großhandelspreis für Benzin auf mehr als 300 Dollar je Tonne zu treiben. "Es passiert offenbar das Gleiche wie im vergangenen Jahr", sagte EID-Chef Heino Elfert in Hamburg. "Der notwendige Aufbau von Benzinbeständen in den USA lässt sich nicht bewerkstelligen; die Bestände sind sogar noch niedriger als im vergangenen Jahr." Daraus resultiere zusätzliche US-Nachfrage auf den europäischen Märkten. Die hohen Benzinpreise auf dem Spotmarkt zögen den Rohölpreis nach sich.

Nach einer Preisrunde am Mittwoch kostet Normalbenzin im bundesdeutschen Durchschnitt 2,09 Mark je Liter. Für Superbenzin muss der Autofahrer 2,13 Mark je Liter bezahlen und für Super plus 2,21 Mark. Dieselkraftstoff kostet 1,67 Mark je Liter. Damit haben die Benzinpreise in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. "Allein im April hat sich der Preis für Normalbenzin in Rotterdam von 276 auf 308 Dollar je Tonne erhöht", sagte ein Sprecher von ExxonMobil in Hamburg. Das entspreche rechnerisch der Preiserhöhung von vier bis fünf Pfennig. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordsee-Sorte Brent kletterte auf mehr als 26 Dollar.

Höhere Kfz-Steuer

Autofahrer müssen in diesem Frühjahr nicht nur wegen des gestiegenen Benzinpreises erneut tiefer in die Taschen greifen. Nach ADAC-Angaben verteuerten sich die Auto- und Motorradkosten vor allem auf Grund der gestiegenen Kraftfahrzeug-Steuer und Versicherungskosten im März gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 4,1 Prozent. Die Lebenshaltungskosten legten dagegen nur um 2,5 Prozent zu. Der ADAC wies darauf hin, dass die Kfz-Steuer in diesem Jahr im Durchschnitt um 29 Prozent zulegte. Zugleich sei die Auto-Versicherung um durchschnittlich elf Prozent teurer geworden.

Dagegen fiel die Preissteigerung für Kraftstoff den Angaben zufolge relativ gering aus: Innerhalb der vergangenen zwölf Monate verteuerten sich Benzin und Diesel um 3,1 Prozent. Die Preise für Neuwagen zogen im gleichen Zeitraum um 1,3 Prozent an. Mit einer Entspannung bei den Autokosten rechnet der ADAC bis auf absehbare Zeit nicht. So seien weitere Steigerungen der Ökosteuer bereits beschlossen worden. Zudem hätten die Auto-Versicherungen weitere Prämienerhöhungen angekündigt.

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