Wirtschaft : Berater der Regierung gegen Fracking Sachverständigenrat sieht zu große Umweltrisiken

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Berlin - Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, sei eine Förderung der deutschen Schiefergasvorkommen nicht nötig. Zu diesem Schluss kommt der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in seiner aktuellen Stellungnahme zum sogenannten Fracking. Der SRU argumentiert, dass von einer Förderung der unkonventionellen Gasvorkommen weder ein sinkender Gaspreis noch eine Erhöhung der Versorgungssicherheit zu erwarten sei. Zudem bestünden große umweltpolitische Bedenken.

Unter Fracking wird die Förderung von Erdgasvorkommen verstanden, indem unter hohem Druck eine Mischung aus Wasser, Sand und ein Chemikalienmix in das Gestein gepresst wird, um so Risse zu erzeugen, damit das Gas entweichen kann. In den USA ist das Verfahren seit 2006 in großem Umfang im Einsatz. Der SRU, das älteste Beratungsgremium für Umweltfragen der Bundesregierung, hat die Entwicklung in den USA genau analysiert. Dort sind die Gaspreise bis 2012 auf einen Tiefstand gefallen. In der aktuellen Diskussion über ein Frackinggesetz noch vor der Bundestagswahl in Deutschland argumentieren vor allem Wirtschaftskreise damit, dass dieser Preisverfall in den USA zu einer Reindustrialisierung geführt habe. Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), sagte am Freitag, von der Stellungnahme gehe ein „problematisches Signal“ aus, da der SRU die Entwicklung neuer, weltweit gefragter Technologien von vorneherein politisch ausschließe.

Der SRU rechnet in Übereinstimmung mit der amerikanischen Energiebehörde nicht damit, dass die niedrigen Gaspreise lange anhalten werden. Schon gegen Ende des Jahrzehnts rechnen Energieexperten wieder mit steigenden Gaspreisen in den USA. Die Gas-Revolution sei möglich geworden, weil das Fracking von Umweltauflagen befreit worden sei. Es seien aber auch in den USA neue Umweltgesetze zu erwarten. Dagmar Dehmer

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