BERLIN, aber oho : Berliner Gruselkabinett

Jade Pannier
Chefin: Marlit Friedland (60)
Chefin: Marlit Friedland (60)

Das Berliner Gruselkabinett am Anhalter Bahnhof verspricht ein „schauriges Erlebnis für Junge und Junggebliebene.“ Zweifel an seinem Gruselfaktor haben zwischen den zwei Meter dicken Betonwänden des alten Luftschutzbunkers – wenn es plötzlich dunkel ist und muffig riecht, die eigenen Bewegungen von nebulösen Geräuschen begleitet werden – eine geringe Überlebenschance. Die Gründerin des Kabinetts, Marlit Friedland, lebt seit sechzehn Jahren in Berlin und hat den leerstehenden Bunker an der Schöneberger Straße 1997 zu ihrem Gruselreich gemacht. Die vielfältige Ausstattung kommt aus der ganzen Welt und wird in ihrer Anordnung noch immer ständig weiterentwickelt.

Im Erdgeschoss wartet neben einer Ausstellung, in der Medizinpraktiken vergangener Zeiten nachgestellt werden, und einem Figurenkabinett eine kleine, gruselig eingerichtete Bar auf die Besucher. Insgesamt erstreckt sich das Kabinett über drei Etagen. Für Erwachsene kostet der Eintritt 9,50 Euro, Kinder bis 13 Jahre zahlen 5,50 Euro, Schüler 6,50 Euro. Die Institution ist das einzige fest installierte Gruselkabinett in Deutschland. Über alte Zeitungsartikel, Fundstücke, Kurzfilme und die Baupläne von 1943 kann man sich vor Ort auch über den Bunker informieren. Und regelmäßig stehen zeitlich begrenzte Attraktionen auf dem Programm. An Halloween etwa sind eine Zaubererdarbietung und eine Feuershow auf dem Dach des Gebäudes geplant. Wer mag, kann auch seinen Geburtstag in den Räumlichkeiten feiern. Chefin Marlit Friedland empfiehlt dafür ein Mindestalter von zehn Jahren. Die Schreie aus dem Gruselkabinett kann man dann live im Internet hören. Jade Pannier

Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.

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