BERLIN, aber oho : Crop Cosecha

Moritz Wolfgruber fertigt Hüte aus alten Vorhängen, Altkleidern und Jutesäcken, die er auf dem Flohmarkt findet.

von
Moritz Wolfgruber
Moritz WolfgruberAnika Kreller

Chef: Moritz Wolfgruber (27)
Branche: Handwerk
Mitarbeiter: 1
Gründungsjahr: 2010
Firmensitz: Neukölln

Mit dem Filzhut vom Opa fing es an. Moritz Wolfgruber fand ihn vor ein paar Jahren im Keller. „Da bin ich auf den Hut gekommen“, sagt er. Wolfgruber stellt in seinem Atelier Zylinder in unterschiedlichen Größen und Höhen her – in einem Verfahren, das er neu entwickelt hat. Die Stoffe werden nicht genäht, sondern mit Leim geklebt. Die Methode entstand aus der Not heraus. „Ich hatte kein Geld für eine Nähmaschine“, sagt Wolfgruber. Die Anleitungen in dem Buch über Hutmacherei, das er sich gekauft hatte, erschienen ihm viel zu kompliziert. „Ich wollte eine elegantere Methode, bei der ich mehr gestalten kann.“ Seine Produkte sieht Wolfgruber als tragbare Kunstwerke, neben Hüten stellt er Mützen, Taschen und Gürtel her. Das Material besorgt er sich auf Flohmärkten. „Je mehr Leben man dem Stoff ansieht, desto interessanter find ich ihn“, sagt er. Vorhänge, Altkleider, Jutesäcke, alles wird verarbeitet. Von Letzteren stammt der Name des Ladens: „Crop Cosecha“ steht auf Kaffeesäcken aus Guatemala.


Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.

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