BERLIN, aber oho : Dowe Modellbau

Was Architekten sich ausdenken, baut Gunter Dowe nach. Am Modell des Berliner Schlosses saßen er und seine Mitarbeiter ein Vierteljahr.

Lukas Wohner
Gunter Dowe in seiner Werkstatt.
Gunter Dowe in seiner Werkstatt.Foto: Lukas Wohner

Wer sich in der Humboldt-Box den Entwurf für das Berliner Schloss anschaut, bekommt mehr zu sehen als die Konturen dessen, was Ende 2015 neben dem Berliner Dom stehen soll. Das weiße Modell im Maßstab 1:100 zeigt alle Details, von den Elementen der Fassade bis zur historischen Kuppel. Unsichtbar bleibt die Arbeit, die Gunter Dowe und seine Helfer in das Modell gesteckt haben: Ein Vierteljahr habe er daran gearbeitet, sagt der Modellbauer, die Arbeitsstunden könne man nicht ausrechnen. Seine dreistöckige Werkstatt wirkt wie ein riesiger Hobby-Keller. In den Regalen stehen Dutzende Döschen, auf den Werkbänken stehen halb fertige Modelle, es riecht nach Lack und Lösemitteln. Bevor Dowe mit dem Bauen beginnt, setzt er sich allerdings an den Computer. Denn mit den Zeichnungen, die er von den Architekten bekommt, kann er in der Regel wenig anfangen. Viele kleine Details, die für seine Arbeit wichtig sind, fehlen in den Zeichnungen: zum Beispiel die Angabe, wie groß ein Stein oder wie tief eine Fuge ist. Erst wenn er das weiß, kann er die unzähligen Einzelteile aus Kunststoff ausfräsen. Zuletzt setzt er alles per Hand zusammen, klebt, schleift und lackiert – bis am Ende ein Modell steht, dem man gar nicht ansieht, aus wie vielen Teilen es besteht.

Chef: Gunter Dowe (65)

Branche: Handwerk

Mitarbeiter: 1

Gründungsjahr: 1984

Firmensitz: Deitmerstraße 7, Steglitz

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