BERLIN, aber oho : Elch Graphics

Druckereien gibt es vielen. Um sich abzugrenzen, hat Ingo Goessgen sich deshalb auf Spezialdrucke spezialisiert, zum Beispiel die Beschriftung von Zahnpastatuben.

Morten Freidel
Drucker aus Leidenschaft: Wolfgang Schock (links) und Ingo Goessgen
Drucker aus Leidenschaft: Wolfgang Schock (links) und Ingo GoessgenMorten Freidel

Chefs: Wolfgang Schock (links, 46) Ingo G. Goessgen (51)
Branche: Produktion
Mitarbeiter: 25
Gründungsjahr: 1992
Ort: Prenzlauer Berg

Schon früh war Ingo Goessgen Innovationsträger. Als er der Sparkasse vor zwanzig Jahren seine Geschäftsidee darlegte, erhielt er die Antwort: „Das haben wir nicht verstanden.“ Goessgen hatte ein Verfahren entwickelt, mit dem die Datenübertragung von der Druckvorstufe in die Druckerei wesentlich schneller ging. 1992 gründete er die Firma Elch Graphics. Eine der Besonderheiten: Das Unternehmen hatte bis 22 Uhr geöffnet. Eine Seltenheit, die in der Berliner Kreativszene mit ihren langen Arbeitszeiten gut ankam. Aber dann wurde alles anders. Die digitale Technik kam. Fotos gingen direkt von der Kamera in den Druck, über Nacht brauchte niemand mehr die Druckvorstufe. Goessgens neue Ideen waren plötzlich alt geworden. Zusammen mit seinem Partner Wolfgang Schock wandelte er das Unternehmen zu einer klassischen Druckerei um. Doch Online-Druckereien drückten die Preise – und wieder musste sich Elch Graphics verändern. Inzwischen stellt die Firma vor allem Spezialdrucke her, zum Beispiel die Beschriftung von Zahnpastatuben. „Wir haben keine Innovation ausgelassen. Das hat uns erhalten“, sagt Goessgen heute. Der Sinn für Traditionen bleibt davon unberührt: In der Produktionshalle steht eine Druckmaschine aus den fünfziger Jahren. Qualität zahlt sich aus: Das gute Stück arbeitet noch immer.


Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.