BERLIN, aber oho : House of Dotcity

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Chefs: Verena Siegel (54) und Peter Stanness (45)
Chefs: Verena Siegel (54) und Peter Stanness (45)

Dass ein Baugerüst vors Haus kommen wird, wussten sie, als sie den Laden im Juni mieteten. Für Dachgeschossausbau und Fassadensanierung. Der Bürgersteig vorm Haus ist damit zugestellt. Vier Wochen würde das so bleiben, hieß es. „Lass’ es acht Wochen dauern“, dachten Verena Siegel und Peter Stanness und renovierten los. In mühseliger Kraft- und Kleinarbeit machten sie aus der Schneiderei, die 26 Jahre lang unten im Haus gewesen war, ihr „House of Dotcity“. Hier verkaufen sie schöne Lampen, Salatschalen, Berlin-Geschenke, Geschirrtücher und Shirts, gemeinsamer Nenner des Angebots laut Siegel: „Alles Dinge, mit denen man etwas anfangen kann.“ Die Eröffnung feierten sie im August im Schatten der Gerüstplanen, das war angenehm gegen die Sommersonne, aber jetzt ist November – und die neueste Meldung zum Gerüst lautet, dass es bis Januar / Februar bleibe. Die beiden Ladenbesitzer lachen, wenn sie das erzählen, aber so lustig ist das gar nicht. Ihr kleines Geschäft soll von den Anwohnern und Touristen im Graefekiez zwischen Maybachufer und Dieffenbachstraße leben, aber die meisten wechseln wegen des Gerüsts die Straßenseite. Peter Stanness hat inzwischen zur Sprühdose gegriffen und ein Hinweisplakat gemalt. Er ist übrigens Engländer und vermutlich einer der ersten, dessen deutscher Grundwortschatz das Wort „Gerüst“ enthält. Ariane Bemmer

Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.

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