BERLIN, aber oho : Ledermanufaktur

Jörn Rischke betreibt eine Ledermanufaktur. Wie man Taschen zuschneidet und näht, hat er sich selbst beigebracht.

Annika Waymann
Jörn Rischke
Jörn RischkeAnnika Waymann

Chef: Jörn Rischke (50)
Branche: Handwerk
Mitarbeiter: 1
Umsatz: 30000 bis 40000 Euro
Gründungsjahr: 1990
Firmensitz: Mitte

Jörn Rischke hat Schlosser gelernt, als Kellner gearbeitet und angefangen, Ingenieurwissenschaften zu studieren. Aber erst als sein Vater ihm ein paar alte Ledertaschen vom Dachboden gab, fand er heraus, was er mit seinem Leben anfangen wollte. Er riss das brüchige Material in Stücke und machte Collagen daraus. Bald merkte er, dass ihm die Arbeit mit Leder Spaß bereitet. Er versuchte es mit Schuhen, dann entschied er sich für Taschen. Wie man Taschen zuschneidet und näht brachte er sich selbst bei. Nur einem Schuhmacher guckte er ab und zu über die Schulter. Anfangs arbeitete er allein zu Hause. 1990 übernahm er eine Magdeburger Ledermanufaktur, deren Besitzer verstorben war. Zusammen mit der Manufaktur kaufte er die alten Nähmaschinen, Werkzeuge und Zubehör. Vieles steht heute noch in seiner Berliner Manufaktur, die an einen kleinen Laden angeschlossen ist. Anfangs hatte es ökonomische Gründe, dass er sich keine neuen Maschinen kaufte. Später hatte er die alten Geräte in Herz geschlossen. „Maschinen haben einen Charakter, so wie meine Taschen“, sagt er.

Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags im Tagesspiegel vor.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben