BERLIN, aber oho : Werkstatt für Bilderrahmung

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Chef: Margit Rechnitzer (61)
Chef: Margit Rechnitzer (61)

In der Werkstatt von Margit Rechnitzer hängt ein Foto von Angela Merkel und dem Papst. Die Kanzlerin überreicht dem Kirchenoberhaupt darauf anlässlich seines Deutschlandbesuchs ein Notenblatt mit gregorianischen Gesängen, das in einem dunkelblauen Bilderrahmen steckt. „Dieser Rahmen stammt von uns“, sagt Rechnitzer stolz. In ihrer Werkstatt werden alte Rahmen aufgearbeitet und neue nach alter Tradition gebaut.

Mitarbeiter Enrico Steinhausen ist gerade dabei, einen Rahmen zu versilbern. Das Silber liegt auf einem flachen, grauen Kissen, es erinnert an hauchdünnes Stanniolpapier. Mit einem gefetteten Pinsel streicht Steinhausen darüber, bis das Blattsilber am Pinsel haften bleibt, und lässt es auf den Rahmen gleiten. Später wird es noch fein poliert.

Es ist ein Handwerk, das Zeit braucht: Vorher wurde das Holz bereits geschliffen, sechsmal grundiert und mit einer Leimschicht überzogen. Oft sind es Privatsammler, die ihre Bilder hierher bringen. Selbst ein Picasso oder ein Dalí haben hier schon einen neuen Rahmen bekommen. Und auch in der alten Nationalgalerie hängen Gemälde, die hier gerahmt wurden. „Ich habe Holz schon immer gern gemocht und bin quasi neben der Hobelbank meines Vaters groß geworden“, sagt Rechnitzer. Carla Neuhaus

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