BERLIN, aber oho : Winterfinger

Was Silvester in Moskau, die Nase und eine Geschäftsidee gemeinsam haben.

Morten Freidel
Lukas Hempel
Lukas HempelFoto: Morten Freidel

Chef: Lukas Hempel (24, Bild), Christoph Kruse (31)
Branche: Handel
Mitarbeiter: 3
Gründungsjahr: 2011
Firmensitz: Lichtenberg

Lukas Hempel hat einen guten Riecher. Vor zwei Jahren feierte er Silvester in Moskau, auf dem Roten Platz. Es war kalt, sein Smartphone klingelte, und da Hempel keine Lust hatte, die Handschuhe auszuziehen, nahm er den Anruf mit der Nase an. Dann fiel ihm ein, dass es in den USA bereits Handschuhe gab, mit denen sich Smartphones bedienen lassen. Er musste sie nur noch auf den deutschen Markt bringen. So würden die Leute nicht nur für ihr Smartphone bewundert, sie müssten dabei nicht mal frieren. Winterfinger war geboren.

Zusammen mit Partner Christoph Kruse erwarb Hempel die Lizenzrechte aus den USA. Gefertigt wird in Ungarn, versendet durch einen Logistiker in Berlin. Bestellen kann man die Handschuhe im Internet. Im Unterschied zur Konkurrenz bietet Winterfinger vor allem klassische Produkte an: Einen Wollhandschuh mit eingewebtem Silberfaden, der die Wärme der Finger auf das Display überträgt. Und Lederhandschuhe mit einer leitenden Nanobeschichtung. Der Zuspruch ist enorm: Nach zwei Monaten lag der Monatsumsatz über 100 000 Euro.

Berlin hat gut 160 000 kleine Unternehmen. Jeweils eines davon stellen wir montags bis freitags vor.

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