Wirtschaft : Berlin als Software-Schmiede erfolgreich

BERLIN (dw)."Von allen großen Medienstandorten entwickelt die Region Berlin-Brandenburg die stärkste Dynamik." Das erklärte Hans Estermann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Berlin GmbH am Donnerstag zum Auftakt der 12.Berliner Software-Unternehmergespräche.Innerhalb nur eines Jahres habe sich die Zahl kreativer Software-Unternehmen in der Hauptstadt von 1400 auf 1700 erhöht.Mit insgesamt rund 8500 Beschäftigten werde ein Umsatz von 1,5 Mrd.DM erwirtschaftet.Berlin biete für Firmen der Informationstechnik-Branche "hervorragende Bedingungen", sagte Estermann.So habe sich etwa die Länge des Berliner Glasfaserkabel-Netzes in nur zwei Jahren auf 141 000 Kilometer mehr als verdoppelt.An der Software-Tagung, die am heutigen Freitag abend im Hotel Maritim ProArte an der Friedrichstraße zu Ende geht, nehmen rund 150 hochkarätige Wirtschaftsvertreter teil, darunter auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter.Eingeladen hatte die Management- und Technologieberatung Diebold Deutschland GmbH, eine hunderprozentige Tochtergesellschaft der Berliner DaimlerChrysler Services (debis) AG.

Diebold-Geschäftsführer Gerhard Adler stimmte mit dem Chefvolkswirt der Deutschen Bank darin überein, daß die Informationstechnik-Branche (IT-Branche) kurzfristig unter Druck kommen könnte: Das Geschäft mit Software-Lösungen für das Jahr-2000-Problem und die Euro-Umstellung gehe inzwischen zurück."Wir haben noch Schwungmasse bis Mitte 1999", sagte Adler.Komme dann eine gesamtwirtschafltiche Rezession in Deutschland hinzu, könne es auch in der IT-Branche einen Einbruch geben, von dem vor allem die Hardware-Hersteller betroffen würden.Für 1999 sagte Adler ein Wachstum des IT-Marktes (einschließlich Telekommunikation) zwischen 5,5 und 6,5 Prozent voraus.Für die Jahre 2000 bis 2003 werde sich das Wachstum dann auf vier bis sechs Prozent abschwächen.Der Teilmarkt Telekommunikation werde allerdings sein Wachstum zwischen fünf und sieben Prozent bis 2003 beibehalten.Das Volumen des Gesamtmarktes liegt nach Angaben Adlers in Deutschland bei rund 270 Mrd.DM.

Auch Norbert Walter ging davon aus, daß sich auf dem IT-Markt nun "die Spreu vom Weizen trennt".Bestehende Überkapazitäten und Qualtiätsmängel würden sichtbar, sagte Walter.Zudem leide die Branche unter Engpässen bei Sachmitteln und Personal, sowie rapide steigenden Lohnkosten.Langfristig erwarte er jedoch vom hohen Innovationstempo der Branche auch hohe Wachstumsraten.Allein das Volumen des europäischen Internethandels werde von rund 100 Mrd.Euro auf 500 Mrd.Euro im Jahre 2002 ansteigen und damit fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen.

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