Wirtschaft : Berlin bleibt abgehängt

Keine Wende auf dem Arbeitsmarkt / Besserung in Brandenburg

BERLIN (sik).In Berlin ist entgegen dem bundesweiten Trend die Zahl der Arbeitslosen im April gestiegen, die übliche saisonale Entspannung auf dem Arbeitsmarkt blieb aus.Wie der Vizepräsident des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg, Rolf Seutemann am Dienstag mitteilte, waren im vergangengen Monat 263 822 Berliner arbeitslos gemeldet, 275 mehr als im Vormonat.Dabei ist die Arbeitslosenzahl im Westteil der Stadt um 600 zurückgegangen.Die Quote für Berlin insgesamt lag bei 15,5 Prozent (15,9 Prozent in West-Berlin und 14,9 Prozent in Ost-Berlin)."Konjunkturelle Impulse sind im wesentlichen ausgeblieben", sagte Seutemann.Die jahreszeitliche Entlastung sei ebenfalls nicht so stark ausgefallen wie im vergangenen Jahr.Vor allem in den Angestelltenberufen hätten sich Entlassungen zum Quartalsende bemerkbar gemacht. In Brandenburg hingegen entspannte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der saisonalen Einflüsse leicht.Die Zahl der Arbeitslosen sank hier von 216 903 auf 211 378, die Quote liegt jetzt bei 17,1 Prozent.Damit sind in Berlin-Brandenburg insgesamt 475 200 Menschen ohne Arbeit (16,2 Prozent).Im gesamten Bereich des Landesarbeitsamtes wurden rund 152 000 Menschen durch arbeitsmarktpolitische Instrumente aufgefangen.Davon waren 60 172 Menschen in beruflicher Fort- und Weiterbildung und 37 200 in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beschäftigt; 18 066 Arbeitsplätze wurden über Lohnkostenzuschüsse gefördert.Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen erklärte in einer Stellungnahme, es zeige sich, daß trotz erheblicher Bemühungen eine Trendwende offensichtlich unter den herkömmlichen Rahmenbedingungen nicht zu erreichen ist."Es müssen dringend veränderte steuerliche Voraussetzungen geschaffen weden, um einen neuen Anreiz für die Einrichtung von Arbeitsplätzen zu bieten".Nach Ansicht von Arbeitssenatorin Christine Bergmann sind bereits jetzt negative Auswirkungen der Arbeitsförderungsreform und der Mittel-Kürzungen bei der Bundesanstalt für Arbeit spürbar.Im April hätten rund 1000 ABM-Stellen weniger zur Verfügung gestanden als im Vormonat.

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