Wirtschaft : Berlin bleibt beim Wasser international

Japanischer Investor will Hauptstadt als Basis

Bernd Hops

Berlin - Die Berlinwasser Holding hat ihre Tochter für das internationale Geschäft, die BWI, an den japanischen Mischkonzern Marubeni verkauft. Vertreter des Investors betonten am Dienstagabend in Berlin, man wolle durch BWI bis zum Jahr 2010 zehn Millionen Kunden haben und zum fünftgrößten privaten Wasserversorger weltweit aufsteigen. Oda Toshimitsu, Geschäftsführer der Marubeni-Versorgerabteilung, betonte: „Die Basis für BWI bleibt Berlin.“ Von Seiten BWIs hieß es, man wolle mit Hilfe Marubenis im Nahen Osten aktiv werden.

Bisher arbeitet BWI vor allem in Osteuropa und in China. Das Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben etwa vier Millionen Menschen. In Berlin gibt es knapp 30 Beschäftigte, international 2500. Bei Projekten wird auch auf Berlinwasser-Experten zurückgegriffen. Marubeni-Manager Oda Toshimitsu sagte, das qualifizierte Personal habe BWI attraktiv gemacht. Marubeni hat elf Geschäftsfelder – von Kraftwerken über die Entwicklung von Gasfeldern bis hin zur Textilproduktion. Mit 1,8 Millionen Kunden ist das Wassergeschäft bisher klein.

Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) sagte, BWI arbeite erfolgreich, doch gebe es einen hohen Investitionsbedarf. Durch das Land Berlin, das Mehrheitseigner der BWI-Mutter Berlinwasser Holding ist, wäre die weitere Expansion nicht finanzierbar gewesen. Außerdem sei das Geschäft „keine Aufgabe eines öffentlichen Unternehmens“, sagte Wolf. Den zuletzt kolportierten Kaufpreis für BWI von rund 50 Millionen Euro wollte er nicht bestätigen. Von dem Geld sieht das Land ohnehin nichts. Verkäufer ist die Berlinwasser Holding – und die hat noch hohe Verlustvorträge.

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