Wirtschaft : Berlin Brandenburg Flughafen Holding mit bestem Ergebnis - USA-Verbindung weiterhin nicht in Sicht

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Die Konzernbilanz schließt mit einem Verlust in Höhe von 8,8 Millionen Mark, aber für die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) war das vergangene Jahr trotzdem das bisher erfolgreichste. 1998 lag der ausgewiesene Verlust, bedingt durch außerordentliche Aufwendungen, noch bei 119,1 Millionen Mark, ein Jahr zuvor waren es 22,3 Millionen Mark. Auch das - positive - Betriebsergebnis war mit 19,2 (Vorjahr 4,8) Millionen Mark das bisher beste der 1991 gegründeten BBF. Hauptverlustbringer ist weiter das Baufeld Ost in Schönefeld. Für die auf Vorrat gekauften Flächen, die bei der aktuellen Flughafenplanung nicht mehr benötigt werden, sind für einen 579-Millionen-Mark-Kredit jährlich Zinsen in Höhe von 22 Millionen Mark fällig.

Zugpferd war wie in den vergangenen Jahren der Flughafen Tegel, auf dem die BBF einen Gewinn in Höhe von 78,3 Millionen Mark einflog. Negativ waren die Ergebnisse in Tempelhof (minus 16,7 Millionen Mark) und in Schönefeld (minus 32,9 Millionen Mark). Für Tempelhof erstellt die BBF nach Angaben von Andreas Foidl, dem Geschäftsführer Finanzen, derzeit eine neue Kosten- und Ertragsrechnung. Zwei Drittel des Verlustes stammten nach den alten Zahlen aus dem reinen Fluggeschäft.

9,6 Millionen der insgesamt 12,4 Millionen Passagiere wurden in Tegel abgefertigt, womit der Flughafen nach Angaben von BBF-Chef Götz Herberg die Kapazitätsgrenze überschritten hat. Mehr könne man den Kunden nicht zumuten. Der BBF-Aufsichtsrat hat in der vergangenen Woche einem Aufbau in Tegel zugestimmt, was die BBF als "Kapazitätsausschöpfng" bezeichnet. Mit einem Investitionsaufwand in Höhe von zunächst 24,2 Millionen Mark sollen Abfertigungskapazitäten für weitere 2,1 Millionen Passagiere geschaffen werden, bevor der Flughafen wie geplant mit Inbetriebnahme des neuen Airports Berlin-Brandenburg International in Schönefeld geschlossen werden soll, die für 2007 geplant ist.

Beim Flughafen-Ausbau in Schönefeld befinde man sich im Zeitplan, sagte Herberg weiter. Einen Verzug könne es aber geben, wenn die Privatisierungsverhandlungen für die BBF scheitern sollten. Das private Investitionskapital sei zwingend erforderlich.

Fürs laufende Geschäft haben die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund nach Herbergs Angaben weitere Zuschüsse in Höhe von insgesamt zunächst 80 Millionen Mark zugesichert. Herberg ist auch zuversichtlich, dass die Gesellschafter eine Bürgschaft für den 579-Millionen-Mark-Kredit für das Baufeld Ost übernehmen werden, wie es die Banken fordern.

Durch die gestiegene Verkehrsleistung klettere auch der Umsatz um 7,2 Millionen Mark auf 317,7 Millionen Mark in die Höhe. Pro Mitarbeiter lag er damit erstmals über 200 000 Mark. Zurückgegangen ist dagegen das Frachtgeschäft, für das in Schönefeld neue Hallen für 27 Millionen Mark gebaut worden waren. Auf einen weiteren Ausbau, für den neun Millionen Mark veranschlagt waren, verzichte man, sagte Herberg. Da rund die Hälfte des Frachtverkehrs mit Osteuropa abgewickelt werde, wirke sich hier die Russlandkrise besonders stark aus.

Keine Hoffnung machte Herberg auf eine Direktflugverbindung von Berlin in die USA noch im Jahr 2000. Frühestens 2001 werde es die viel gewünschte Verbindung geben.

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