Wirtschaft : Berlin braucht auch in Zukunft Tempelhof

KLAUS MANGOLD

Berlin steht vor einer großen Herausforderung.Die junge Hauptstadt möchte und muß zur Weltstadt werden.Ein wesentliches Charakteristikum dafür ist eine leistungsfähige Flughafen-Infrastruktur mit den entsprechenden Flugverbindungen.Daher ist die Entscheidung des Berliner Senats und der brandenburgischen Landesregierung vom März dieses Jahres für den Bau des neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) sehr zu begrüßen.Damit wird Geschichte geschrieben, denn erstmals wird in Deutschland ein Großflughafen privat finanziert.Diese Konzeption ist ehrgeizig und schwierig, aber absolut notwendig.Denn ein Flughafen ist die erste Visitenkarte einer Stadt.Berlin muß daher eine moderne Flughafeninfrastruktur haben, um als europäischer Verkehrsknotenpunkt den Aufgaben der Zukunft gewachsen zu sein.Aber: Berlin braucht selbstverständlich auch einen leistungsfähigen City-Airport.Nicht ohne Grund verfügen europäische Hauptstädte wie Paris (Le Bourget) und London (City-Airport) über solche City-Flughäfen oder bauen mit großem Aufwand neue.Es wäre daher ein großer Fehler, den Flughafen Tempelhof zu schließen.Lage und Anbindung zum Potsdamer Platz und zum Regierungsviertel sind perfekt.Die kurzen Wege in die Innenstadt sind von unschätzbarem Vorteil.Ein Mißstand könnte jedoch schon heute behoben werden.Berlin braucht dringend eine Direktverbindung in die USA.Direkte Flugverbindungen gehören heute genauso zu den Lebensadern einer Weltstadt wie alle anderen Kommunikationsverbindungen.Oder könnten Sie sich vorstellen, bei Ihren transatlantischen Telefonaten immer über eine Frankfurter Vermittlungsstelle verbunden zu werden?



Der Autor ist Mitglied des Vorstands der DaimlerChrysler AG und Vorsitzender des Vorstands der DaimlerChrysler Services (debis) AG

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