Wirtschaft : Berlin-Chemie baut den Standort aus

BERLIN (asi).Das Berliner Pharmaunternehmen Berlin-Chemie AG konnte im vergangenen Geschäftsjahr die angestrebten Umsatz- und Ergebnisziele trotz der Markteinbrüche in Rußland erreichen.Vier Wochen vor der Bilanzveröffentlichung sagte Hansjürgen Nelde, Vorstandsvorsitzender der AG, dem Tagesspiegel, daß das Jahr 1998 "auf den Punkt abgeschlossen" wurde.Damit sei Berlin-Chemie, die seit 1992 zur italienischen Menarini-Gruppe gehört, dem Ziel, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu den zehn größten Chemieunternehmen Deutschlands zu gehören, näher gekommen.Derzeit sehe man sich auf Platz 36 der Rangliste.In Ostdeutschland rangiere Berlin-Chemie bereits jetzt auf Platz sechs, in den alten Bundesländern, sei es gelungen, von Platz 133 auf Platz 111 vorzurücken.Nach einem Umsatz von 210 Mill.DM in 1996 und 318 Mill.DM in 1997 hatte sich der Vorstand für 1998 ein Umsatzwachstum auf 350 Mill.DM aufgegeben.

Wie auch in den Jahren zuvor hat sich das Ost-Berliner Unternehmen 1998 neben dem deutschen Markt in erster Linie auf die Ausweitung der Marktposition in den mittel- und osteuropäischen Märkten konzentriert.Der Umsatzrückgang wegen der Rußlandkrise im Sommer, sagte Vorstandschef Nelde, sei bereits in den Wintermonaten wieder verkraftet worden.Das Exportgeschäft nach Rußland sei zwar noch immer sehr gering.Dem Markt wolle sich Berlin-Chemie dennoch weiter widmen.Das Geschäft in den anderen osteuropäischen Ländern bezeichnete Nelde hingegen als "sehr gut".Durch den Einsatz von knapp 600 Außendienstmitarbeitern sei es gelungen, 1998 "mehr Arzneien als erhofft" zu verkaufen und "akzeptable Margen" zu erzielen.Der durchschnittliche Marktanteil liege zwischen einem und sechs Prozent.Festige sich der Lebensstandard und damit das Absatzvolumen, will Nelde mittelfristig selbst den Aufbau von Produktionskapazitäten in einzelnen Ländern Osteuropas nicht ausschließen.

Vorerst jedoch konzentriert sich das Investitionsgeschehen der AG auf Berlin.Noch in diesem Jahr will Berlin-Chemie in Adlershof seine Produktionskapazitäten "spürbar" ausbauen und neue Arbeitskräfte einstellen.Im Jahresmittel sollen 1600 Mitarbeiter beschäftigt werden.Bereits jetzt fertigen die Berliner 66 Prozent aller Produkte der italienische Menarini-Grupp (Umsatz 1997: 2 Mrd.DM).Auch Ausbau des Forschungs- und Entwicklungsstandortes Berlin kündigte Nelde an.Menarini konzentriert neben der klinischen Forschungsphase die gesamte Endproduktentwicklung des Konzerns in Berlin.Nelde: "Wir waren und sind nie eine Werkbank".

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