Wirtschaft : Berlin exportiert mehr

Ausfuhren steigen um 2,7 Prozent / Wowereit hilft.

Berlin - Die inzwischen wieder stabile industrielle Basis bringt die Berliner Exporte in Schwung. In den ersten neun Monaten des zu Ende gehenden Jahres stiegen die Ausfuhren um 2,7 Prozent. Das ist zwar deutlich weniger als im Bundesgebiet insgesamt, wo vor allem im Westen und Süden große Exportindustrien angesiedelt sind. Doch nach Einschätzung der Berliner IHK hat sich die hiesige Wirtschaft „auf internationalem Parkett gut behauptet“.

Mit einem Volumen von fast einer Milliarde Euro bis September waren die USA auch in diesem Jahr der wichtigste Auslandsmarkt für Berliner Firmen. Die US-Kunden kauften 15 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum – gefragt waren insbesondere elektronische Steuerungselemente. Wie die IHK weiter mitteilte, stiegen auch die Exporte nach Russland (plus 19,4 Prozent) und China (plus 49 Prozent) überproportional. Mit 636 Millionen Euro (Russland) und 595 Millionen Euro (China) haben beide Länder inzwischen Frankreich auf den vierten Platz verdrängt. Trotz eines Minus von 15 Prozent hält Polen den fünften Platz der wichtigsten Länder der Berliner Firmen. Als Ursache für die fallenden Ausfuhren in das vor der Tür liegende Polen nennt die IHK die Verlegung von Autozulieferern von Berlin nach Polen.

Ein Ausreißer in der Statistik ist Saudi- Arabien. Mit knapp 270 Millionen Euro verkauften die Berliner Firmen dort fast zwei Drittel mehr als in den ersten drei Quartalen 2010. Der IHK zufolge bezogen die Saudis vor allem Waren für den Innenausbau, zum Beispiel Lampen und Produkte für den Sanitärbereich. Auch Medizintechnik und Pharmaprodukte aus Berlin waren gefragt. Die Chinesen dagegen kaufen vor allem elektrische und elektronische Ausrüstungen, vor allem auch Fahrtreppen und Aufzüge.

Die schönen Zuwachsraten in Saudi- Arabien und Russland bringt die Berliner IHK in Verbindung mit Klaus Wowereit. Beide Länder hat der Regierende Bürgermeister 2011 besucht und dabei „zahlreiche neue Geschäftskontakte für Berliner Unternehmen“ aufgetan. In der Eurozone ging es dagegen bergab: Die Krisenländer Portugal (minus 29 Prozent), Irland (minus 26 Prozent) und Griechenland (minus 26 Prozent) kauften deutlich weniger in Berlin ein. alf

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