Wirtschaft : Berlin Hyp: Bankkonzern schweigt zu angeblicher Schieflage

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Der Immobilienbereich der Bankgesellschaft kommt nicht zur Ruhe. Nahezu unmittelbar auf die positive Nachricht von der Gründung der IBAG folgte die Meldung, dass die Tochter Berlin Hyp zusätzliche Einzelwertberichtigungen in Millionenhöhe bilden müsse. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen habe dies nach einer Sonderprüfung verlangt, schreibt die "FAZ". Die Bankgesellschaft gerät erneut mit dem Fall Aubis in die Schlagzeilen. Der Sprecher der Berlin Hyp, Detlef Untermann, will keinerlei Stellungnahme zu dem Bericht abgeben, er weist nur darauf hin, dass der Prüfbericht des Bundesaufsichtsamts noch nicht vorliege.

Aubis beschäftigt den Bankkonzern schon seit längerem. Die Gesellschaft mit ihren beiden Geschäftsführern Christian Neuling, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter, und Klaus-Hermann Wienhold, ehemaliger Beamter der Kriminalpolizei und ebenfalls CDU-Mitglied, kaufte Mitte der neunziger Jahre Plattenbauten in den neuen Bundesländern - insgesamt rund 16 000 Wohnungen. Die Aubis erhielt Kredite von der Berlin Hyp, deren Vorstandsvorsitzender Klaus Landowsky Fraktionsvorsitzender der Berliner CDU ist. Die Schätzungen schwanken zwischen 500 und 700 Millionen Mark. Die Wohnungen sollten saniert und anschließend wieder verkauft werden, doch das so genannte Zwischenerwerbermodell ging nicht auf. Zunächst übernahm 1997 die zum Konzern der Bankgesellschaft gehörende Bavaria rund 4000 Wohnungen. Inzwischen ist auch für die verbliebenen rund 10 000 Wohnungen das Nißbrauchrecht an unabhängige Objektgesellschaften abgegeben worden. Aus Sicht der Berlin Hyp heißt dies, zwar hat der Schuldner gewechselt, doch die Probleme blieben. Bereits im vergangenen März nannte der "Focus" einen Wertberichtigungsbedarf von rund 300 Millionen Mark für die Kredite an die Aubis. Damals dementierte Untermann deutlich. Die Zahlen entbehrten jeder Grundlage. Wenig später nannte dann Landowsky rund 20 Millionen Mark, die an Wertberichtigungen für das Aubis-Engagement gebildet worden seinen, und erklärte, die Bank habe nun die "dicksten Brocken hinter sich".

Nun heißt es aus Berliner Finanzkreisen das Aubis-Engagement müsse mit insgesamt rund 200 Millionen Mark wertberichtigt werden, abzüglich der bereits gebildeten Vorsorge ergebe sich ein zusätzlicher Bedarf von rund 150 Millionen Mark.

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