Berlin Hyp : Eine Tochter wird erwachsen

Die Berlin Hyp hat ihrem Mutterkonzern, der Landesbank Berlin, für 2012 mehr als 100 Millionen Euro Gewinn überwiesen. Bald wird sie allerdings eigenständig.

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Hoch hinaus. Die Berlin Hyp hat im vergangenen Jahr mehr Geld mit Immobilienkrediten verdient.
Hoch hinaus. Die Berlin Hyp hat im vergangenen Jahr mehr Geld mit Immobilienkrediten verdient.Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb

Berlin - Es ist ein erstes Abschiedsgeschenk. Der Immobilienfinanzierer Berlin Hyp überweist seinem Mutterkonzern, der Landesbank Berlin (LBB), in diesem Jahr einen Gewinn von 126 Millionen Euro – das sind gut 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Doch es dauert nicht mehr lange, dann darf die Berlin Hyp ihren Gewinn behalten. Denn aus der Landesbank-Tochter wird gerade ein eigenständiges Institut. Bereits bis zum Jahresende könnten die Voraussetzungen dafür geschaffen sein, die Berlin Hyp abzuspalten, hatte LBB-Chef Johannes Evers kürzlich angedeutet.

Der Umbau werde „die Gremienarbeit beider Häuser im Laufe des Geschäftsjahres 2013 bestimmen“, heißt es jetzt im Geschäftsbericht, den die Berlin Hyp am Donnerstag veröffentlicht hat. Der Grund: Die deutschen Sparkassen, denen die LBB seit vergangenem Sommer vollständig gehört, wollen die Landesbank zu einer reinen Großstadt-Sparkasse verkleinern. Die soll zwar auch künftig gewerbliche Immobilienfinanzierung anbieten – aber nur noch für die Region Berlin-Brandenburg. Das großvolumige, überregionale Geschäft, wie es die LBB-Tochter Berlin Hyp betreibt, soll deshalb abgespalten und auf eigene Füße gestellt werden.

Für den Berliner Immobilienfinanzierer ist das ein großer Schritt nach vorne. Denn als eigenständiges Institut dürfte die Berlin Hyp deutlich größer werden. Zum einen wird sie einen Teil des Immobiliengeschäfts übernehmen, das die Landesbank selbst macht. Zum anderen soll das Institut verstärkt als Dienstleister für die gut 400 deutschen Sparkassen auftreten. „Der engen Zusammenarbeit mit den Sparkassen kommt eine große strategische Bedeutung zu“, sagte Berlin-HypVorstand Gero Bergmann am Donnerstag.

Schon jetzt zeichnet sich ab, wie diese Zusammenarbeit aussehen könnte. So hat die Berlin Hyp erst kürzlich ein neues Anlageprodukt auf den Markt gebracht, das sich nicht an Privat- oder Geschäftskunden richtet, sondern direkt an die Sparkassen: Über den sogenannten Immo-Schuldschein der Berlin Hyp sollen sich die kleinen, regionalen Institute mit geringen Beträgen an großvolumigen Immobilienfinanzierungen beteiligen können. Neben der Entwicklung solcher Zusatzprodukte soll das Berliner Haus den Sparkassen als Finanzierungspartner bei großen Immobilienprojekten zur Seite stehen. Damit tritt die Berlin Hyp in direkte Konkurrenz zu den anderen deutschen Landesbanken. Denn auch die haben eigene Abteilungen für die Immobilienfinanzierung und bieten ihre Leistungen den Sparkassen an.

Bevor die Berlin Hyp jedoch eigenständig wird, müssen noch viele Fragen geklärt werden. So ist zum Beispiel noch nicht klar, wie viele Mitarbeiter von der LBB zur Berlin Hyp wechseln werden. Derzeit beschäftigt der Immobilienfinanzierer 402 Mitarbeiter. Sie sollen in die weiteren Planungen miteinbezogen werden, heißt es im Geschäftsbericht. Deshalb gebe es seit Dezember „regelmäßige Dialogveranstaltungen“, bei denen die Mitarbeiter die Möglichkeit haben sollen, sich mit der Unternehmensleitung auszutauschen.

Dass die Berlin Hyp im vergangenen Jahr das Ergebnis verbessern konnte, liegt vor allem daran, dass das Institut andere Konditionen verlangen konnte. Denn das Neugeschäft ist mit 2,9 Milliarden Euro eine Million niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Gesunken ist das Neugeschäft vor allem deshalb, weil das Institut für die Kredite, die es vergibt, mittlerweile mehr Eigenkapital vorhalten muss. Weil die Konkurrenz jedoch kleiner geworden ist (Eurohypo und Westimmo werden zum Beispiel gerade abgewickelt), konnte das Institut am Markt höhere Margen durchsetzen.

Für die Entwicklung in diesem Jahr zeigte Vorstand Bergmann sich verhalten optimistisch. Die Berlin Hyp wolle an der Ergebnis von 2012 anknüpfen. Noch sei allerdings unklar, was der Umbau in ein eigenständiges Institut für das operative Geschäft kurzfristig bedeute.

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