Wirtschaft : Berlin Hyp ohne EU chancenlos

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Berlin (dpa/dr). Das EU-Prüfverfahren über die Gewährung von Beihilfen für die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin wird vermutlich erst im Oktober 2003 abgeschlossen sein. Dies kündigte der Vorstandssprecher der Konzerntochter Berlin Hyp, Jan Bettink, am Freitag in Berlin an. Auf der Hauptversammlung der Berlin Hyp ging Bettink zugleich von der Zustimmung der EU-Kommission aus. Falls Brüssel die vom Land gewährte Bürgschaft nicht genehmige, wäre der Finanzkonzern in seinem Bestand gefährdet. Das Prüfverfahren läuft seit April.

Die Hauptversammlung der Berlin-Hannoversche Hypothekenbank AG, Berlin/Hannover, hatte mit einem Paukenschlag begonnen. Die Entlastung für den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden und Ex-Chef der Bankgesellschaft, Wolfgang Rupf, wurde entgegen der Tagesordnung zurück gestellt. Bankgesellschafts-Chef Hans-Jörg Vetter begründete dies mit neuen Ermittlungen gegen seinen Vorgänger. Rupf war in dieser Woche fristlos entlassen worden. Ohnehin zurück gestellt waren aus ähnlichen Gründen die Entlastungen für die früheren Vorstände Klaus Landowsky, Gerd-Ulrich Blümel und Jürgen Noack.

Die Berlin Hyp hat im ersten Quartal 2002 ein Ergebnis vor Steuern von 5,9 Millionen Euro erreicht. Für das gesamte Jahr will Bettink eine schwarze Null erreichen. Die Risikosituation der Bank sei jedoch nach wie vor „absolut unbefriedigend“. Im Jahr 2005 soll ein Ergebnis von 90 Millionen Euro erreicht werden. Den Aktionären versprach Bettink ihre Geduld dann mit einer Eigenkapitalrendite von 15 Prozent zu entlohnen. Allerdings halten die freien Aktionäre nur noch 0,03 Prozent des Kapitals, das Land Berlin hält fast 90 Prozent, die Norddeutsche Landesbank zehn Prozent.

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