Wirtschaft : Berlin legt zu

Touristen füllen die Kassen in Hotels und Handel – nur die Industrie entwickelt sich schwach.

Berlin - Die Konjunktur in Berlin wird in den kommenden Monaten weiter vom Boom in den Bereichen Tourismus und Einzelhandel angetrieben. Damit rechnet zumindest Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU). „Die Binnenkräfte sind auch 2013 wichtige Treiber für die wirtschaftliche Entwicklung in Berlin“, befand die Politikerin im Konjunkturbericht ihres Hauses für das zweite Quartal, den sie am Mittwoch vorlegte. Dagegen entwickelte sich Berlins Industrie in diesem Jahr bislang nur mäßig. Eine genaue Wachstumsprognose für 2013 vermied Yzer – bislang hatte sie stets von einem Plus von 1,4 Prozent gesprochen.

Im ersten Halbjahr hatte es eine Million mehr Übernachtungen in der Hauptstadt gegeben als vor Jahresfrist. Die zusätzlichen Gäste kamen vor allem aus dem Ausland. Dies, urteilt Yzers Bericht, „führt zu Impulsen für den Einzelhandel und das Gastgewerbe“. Die Zahl der Gästebetten stieg auf knapp 131 000, das waren 4600 mehr als ein Jahr zuvor.

Vor allem in diesen Dienstleistungsbereichen wuchs die Zahl der Stellen. Im Juni habe es 28 400 mehr sozialversicherungspflichtige Jobs als ein Jahr zuvor gegeben. Das war ein Plus von 2,4 Prozent, doppelt so viel wie im Bundesschnitt. „Dies ist eine gute Nachricht und unterstreicht die hohe Dynamik am Wirtschaftsstandort Berlin“, befand Yzer. Auch wurden erneut mehr neue Firmen ins Leben gerufen als alte geschlossen. Drei von vier neuen Unternehmen sind im Service-Sektor aktiv.

Probleme gibt es allein in der Industrie. Der Umsatz im ersten Halbjahr lag leicht unter dem Niveau des Vorjahres, auch die Beschäftigung war rückläufig. Yzer führte dies auf die schwache Auslandsnachfrage zurück. „Hellt sich das Klima in der Eurozone in den nächsten Monaten weiter auf und steigt die Investitionsbereitschaft, wird sich dies auch positiv auf die Industrie auswirken“, hofft die Senatorin. Ob die Hoffnung aufgeht, ist ungewiss – Berlins Industrie gilt als wenig exportstark, entsprechend wird sie von einem weltweiten Aufschwung nur mit Verzögerung profitieren. brö

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